Regionalbanken stoßen auf ein erhebliches Hindernis bei ihrem Streben nach Einlagenwachstum: Eine wachsende Lücke in ihren Zahlungsfähigkeiten verhindert, dass neu eröffnete und finanzierte Konten zu zentralen Bestandteilen des Finanzlebens der Kunden werden. Trotz Fortschritten bei der digitalen Kontoeröffnung wird der Kampf um Einlagen zunehmend darüber entschieden, was nach der ersten Transaktion geschieht, so eine aktuelle Branchenanalyse.
Der Wandel von Aktivierung zu Nutzung
Während 55 % der Entscheidungsträger von Regionalbanken berichten, ihre Technologiestacks modernisiert zu haben, hat diese Modernisierung nicht immer zu umfassenden Zahlungsfunktionen geführt. Die Möglichkeit, Konten zu eröffnen und zu finanzieren, reicht nicht mehr aus, um dauerhafte Kundenbeziehungen aufzubauen. Der entscheidende Unterschied liegt nun darin, ob diese Konten aktiv für alltägliche Finanzaktivitäten genutzt werden. Genau hier liegen viele Regionalbanken zurück.
Die Auswirkungen auf das Einlagenwachstum sind direkt und erheblich. Konten, die eröffnet und finanziert werden, entwickeln sich nicht automatisch zu primären Bankbeziehungen. Viele bleiben untergenutzt oder ruhen, was die Möglichkeiten der Banken einschränkt, Einlagen zu halten und eine tiefere Kundenbindung zu fördern. Der Fokus hat sich von der einfachen Kontoaktivierung hin zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Kontonutzung verschoben.
Alte Infrastruktur und Betrugsbedenken behindern Fortschritte
Ein Schlüsselfaktor für diese Diskrepanz ist die Präsenz von Altsystemen, einschließlich der Einschränkungen durch Kernanbieter. Viele bestehende Systeme verlassen sich immer noch auf Batch-Verarbeitung und fragmentierte Zahlungsfähigkeiten. Diese Architektur erschwert die Unterstützung nahtloser Benutzererlebnisse für wesentliche Anwendungsfälle wie Peer-to-Peer (P2P)-Überweisungen, Rechnungszahlungen und Geschäftsauszahlungen.
Darüber hinaus wirken Bedenken hinsichtlich Betrug weiterhin als Bremse für die Einführung schneller Zahlungsfunktionen. Immerhin 26 % der Regionalbanken nennen Betrug als Hindernis für die Implementierung dieser entscheidenden Dienstleistungen. Diese Vorsicht, obwohl verständlich, kann unbeabsichtigt die Lücke bei der Bereitstellung wettbewerbsfähiger Zahlungslösungen vergrößern.
Zahlungsschichtung als strategische Lösung
Als Reaktion auf diese Herausforderungen setzen Regionalbanken zunehmend auf eine Strategie der ‚Zahlungsschichtung‘. Dieser Ansatz beinhaltet die Einbettung von Funktionen wie Sofortzahlungen, P2P-Überweisungen und Multi-Rail-Auszahlungen direkt in finanzierte Konten. Diese strategische Verlagerung erkennt eine grundlegende Wahrheit an: Konten werden nur dann primär, wenn sie das gesamte Spektrum alltäglicher Finanzaktivitäten effektiv unterstützen.
Die Chance für Regionalbanken, die diese Zahlungslücke schließen können, ist beträchtlich. Mehr als 70 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) äußern eine Präferenz für Bankgeschäfte mit Regionalbanken. Ein deutlich geringerer Prozentsatz tut dies derzeit. Diese Diskrepanz deutet auf eine ungedeckte Nachfrage hin, die verbesserte Zahlungsmöglichkeiten erschließen könnten und mehr KMU in das regionale Bankwesen ziehen könnten.
Der Weg nach vorn: Zahlungen mit der Nutzung in Einklang bringen
Der Weg zu nachhaltigem Einlagenwachstum für Regionalbanken wird immer klarer. Er hängt nicht allein von der Leichtigkeit der Kontoeröffnung oder -finanzierung ab, sondern von der Ermöglichung kontinuierlicher und robuster Zahlungsaktivitäten. Indem sie ihre Zahlungsangebote mit den alltäglichen Nutzungsmustern ihrer Kunden in Einklang bringen, können Regionalbanken die Kundenbindung stärken. Dies wiederum wird sie besser positionieren, um in einer sich entwickelnden Finanzlandschaft effektiv um Einlagen zu konkurrieren.


