US-Verbraucher bereiten sich in der kommenden Woche auf eine Flut neuer Wirtschaftsdaten vor. Es wird erwartet, dass die neuen Verbraucherpreiszahlen den anhaltenden Inflationsdruck unterstreichen und die weit verbreitete Frustration vertiefen werden. Ökonomen prognostizieren, basierend auf dem Median der Bloomberg-Umfrage, einen deutlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) um 0,6 % für April. Dieser erwartete Anstieg folgt auf den erheblichen monatlichen Zuwachs im März, der den größten seit 2022 darstellte. Das Bureau of Labor Statistics wird seinen neuesten Bericht am Dienstag veröffentlichen.
Kraftstoffkosten treiben breitere Preisanstiege an
Ein Haupttreiber des aktuellen Inflationsumfelds war der dramatische Anstieg der Energiekosten. Die Preise an der Zapfsäule sind seit Beginn des von den USA und Israel geführten Krieges gegen den Iran Ende Februar um mehr als 50 % gestiegen, wobei der Landesdurchschnitt kürzlich über 4,50 Dollar pro Gallone lag. Dieser rasche Anstieg der Kraftstoffpreise wird voraussichtlich nicht isoliert bleiben; Unternehmen werden diese erhöhten Kosten wahrscheinlich in Form höherer Preise für eine Reihe anderer Waren und Dienstleistungen, einschließlich Flugtickets, an die Verbraucher weitergeben.
Jenseits des volatilen Energiesektors scheint auch die zugrunde liegende Inflation an Dynamik zu gewinnen. Der sogenannte Kern-VPI, der die volatileren Kategorien Energie und Nahrungsmittel ausschließt, wird von Analysten voraussichtlich im April leicht ansteigen. Dies deutet darauf hin, dass sich Preiserhöhungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen festsetzen und eine breitere Herausforderung für die Haushaltsbudgets darstellen.
Verbraucherstimmung sinkt inmitten finanzieller Belastungen
Die Auswirkungen dieser steigenden Kosten auf die amerikanischen Haushalte zeigen sich zunehmend in der Verbraucherstimmung. Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der University of Michigan ergab, dass die US-Verbraucher in den letzten Wochen zunehmend beunruhigt waren, wobei ein wichtiger Stimmungsindikator auf ein neues Rekordtief sank. Die Hauptbedenken der Verbraucher konzentrierten sich auf die Erosion der Haushaltsfinanzen und die sich verschlechternden Einkaufsbedingungen, die direkt auf die anhaltende Inflation zurückzuführen sind.
Diese Besorgnis beschränkt sich nicht nur auf die Verbraucher. Große konsumentenorientierte Unternehmen, darunter Kraft Heinz Co. und McDonald’s Corp., haben ihre eigenen Bedenken hinsichtlich budgetbeschränkter Käufer geäußert. Der Welleneffekt höherer Preise, insbesondere für Grundbedürfnisse wie Benzin, wird voraussichtlich die Einzelhandelsausgaben beeinflussen. Regierungsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht werden, sollen ein klareres Bild der Auswirkungen auf die Dynamik der Einzelhandelsausgaben liefern.
Ohne Berücksichtigung von Tankstellen und Autohändlern werden die Einzelhandelsumsätze im April voraussichtlich um gesunde 0,4 % steigen. Obwohl dies einen moderaten Rückgang gegenüber den 0,6 %-Anstiegen der beiden Vormonate darstellt, ist es entscheidend zu beachten, dass diese Einzelhandelsumsatzzahlen nicht preisbereinigt sind, was bedeutet, dass das tatsächliche Volumen der gekauften Waren weniger robust sein könnte, als der nominale Anstieg vermuten lässt.
Großhandelsinflation und Implikationen für die Federal Reserve
Weiter oben in der Lieferkette befindet sich auch die Großhandelsinflation auf einem Aufwärtstrend. Der Erzeugerpreisindex (PPI), der am Mittwoch veröffentlicht werden soll, wird voraussichtlich einen weiteren Anstieg der Großhandelsinflation um 0,5 % im April zeigen. Ohne Berücksichtigung von Kraftstoff und Nahrungsmitteln beschleunigte sich diese Messgröße der Großhandelspreise wahrscheinlich gegenüber dem Vormonat, was darauf hindeutet, dass die Inputkosten für Unternehmen weiter steigen.
Das Zusammentreffen dieser Inflationsdrücke und der Verschiebungen in der Verbraucherstimmung hat erhebliche Auswirkungen auf die Geldpolitik. Analysten von Bloomberg Economics, darunter Anna Wong, Stuart Paul, Eliza Winger, Chris G. Collins, Troy Durie und Alex Tanzi, stellten fest, dass die bevorstehenden Inflations- und Einzelhandelsdaten „eine Wirtschaft zeigen sollten, die sich nur moderat verlangsamt, während die Inflation unangenehm hoch bleibt.“ Sie führten weiter aus: „Diese Kombination wird die Fed nicht dazu drängen, die Zinsen bald zu senken. Ein weiterer solider Kern-VPI-Wert könnte die Fed insbesondere noch eine Weile restriktiv halten.“ Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass die Federal Reserve wahrscheinlich ihren vorsichtigen Kurs beibehalten wird, wobei Zinssenkungen ein fernes Ziel bleiben, solange die Inflation hoch bleibt.
Zusätzlich zu den wichtigen Inflations- und Einzelhandelsberichten werden in der kommenden Woche weitere wichtige Wirtschaftsindikatoren veröffentlicht. Dazu gehören die Daten zu den bestehenden Hausverkäufen im April am Montag und der Bericht über die Industrieproduktion der Federal Reserve, der am Freitag erscheinen soll. Zusammen werden diese Berichte einen umfassenden Überblick über die Gesundheit der US-Wirtschaft bieten, wobei die Inflation unbestreitbar im Mittelpunkt der Bedenken sowohl für politische Entscheidungsträger als auch für den durchschnittlichen amerikanischen Verbraucher steht.


