Banken laufen Gefahr, ein bedeutendes und stabiles Segment des US-Verbrauchermarktes zu übersehen und damit eine entscheidende Wachstumschance zu verpassen. Neue Daten von PYMNTS Intelligence deuten darauf hin, dass etwa 44 Millionen erwachsene Amerikaner als Subprime-Verbraucher identifiziert werden, eine dauerhafte Bevölkerungsgruppe, deren einzigartiges Finanzverhalten von konventionellen Kreditbewertungssystemen nicht angemessen erfasst wird.
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Diese Subprime-Demografie, die 17 % der US-Verbraucher ausmacht, hat eine bemerkenswerte Stabilität gezeigt und über 47 aufeinanderfolgende monatliche Umfragewellen seit März 2022 einen relativ engen Bereich beibehalten. Diese Konsistenz stellt die Wahrnehmung des Subprime-Status als vorübergehende Folge wirtschaftlichen Drucks in Frage und hebt ihn stattdessen als ein identifizierbares und persistentes Marktsegment hervor.
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Die Diskrepanz zu traditionellen Krediten
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Ein zentrales Ergebnis des PYMNTS Intelligence Berichts ist die erhebliche Kluft zwischen den finanziellen Realitäten von Subprime-Verbrauchern und den Produkten traditioneller Kreditgeber. Bemerkenswerte 35 % der Subprime-Verbraucher besitzen überhaupt keine Kredit- oder Kundenkarte, ein starker Kontrast zu nur 4 % der Super-Prime-Verbraucher. Diese Abwesenheit traditioneller Kreditinstrumente zwingt viele Subprime-Personen dazu, die Kreditmärkte durch eine Mischung aus Ratenprodukten, informellen Krediten und sorgfältig verwaltetem Zahlungsverhalten zu navigieren.
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Der Bericht unterstreicht wiederholt ein strukturelles Merkmal, das diese Bevölkerungsgruppe definiert: chronischer Druck bei der Begleichung von Rechnungen. Fünfundfünfzig Prozent der Subprime-Verbraucher gaben an, von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck zu leben und Schwierigkeiten beim Bezahlen von Rechnungen zu haben. Diese Rate ist mehr als doppelt so hoch wie die der gesamten US-Bevölkerung und verdeutlicht einen grundlegenden Unterschied in der finanziellen Widerstandsfähigkeit und Liquiditätssteuerung.
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Jenseits von Schufa-Daten: Verhaltensbasiertes Underwriting
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Traditionelle Underwriting-Modelle stützen sich weiterhin stark auf Kreditbürodaten, die Auslastung von Kreditlinien und die Rückzahlungshistorie. Die Ergebnisse von PYMNTS Intelligence legen jedoch nahe, dass ein nuancierterer Ansatz, der Cashflow-Verhalten, Ausgabenprioritäten und Zahlungssequenzen berücksichtigt, überlegene Einblicke in die Rückzahlungsfähigkeit und Verbraucherstabilität bieten könnte. Diese Verschiebung ist entscheidend für Kreditgeber, die das Risiko genau bewerten und diesen großen, unterversorgten Markt bedienen wollen.
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Wichtige Verhaltenssignale für Kreditgeber
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Der Bericht identifiziert mehrere Verhaltensindikatoren, die sich für das Underwriting zielgerichteter Kreditprodukte als äußerst wertvoll erweisen könnten:
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- Periodische Cashflow-Ereignisse: Der Umgang mit Ereignissen wie Steuerrückerstattungen bietet wichtige Einblicke. Unter den Subprime-Verbrauchern, die Rückerstattungen erhielten, beschrieben 67 % das Geld als entweder kritisch oder sehr wichtig für die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität. Darüber hinaus verwendeten 36 % den größten Teil dieser Mittel für alltägliche Ausgaben oder Rechnungen. Diese Muster deuten darauf hin, dass das Kreditverhalten oft durch Liquiditätsmanagement und nicht durch diskretionäre Ausgaben motiviert ist, was ein anderes Risikoprofil impliziert, als traditionell angenommen wird.
- Muster bei Gesundheitsausgaben: Gesundheitsausgaben erwiesen sich als ein weiteres aufschlussreiches Signal. Unter den Subprime-Verbrauchern im Alter von 18 bis 43 Jahren verschoben 23 % einen Arztbesuch aufgrund der Kosten, und 14 % füllten ein Rezept nicht ein. Diese Kohorte zeigte auch eine hohe Abhängigkeit von alternativen Finanzierungsmethoden, einschließlich der Kreditaufnahme von der Familie und der Nutzung von Ratenprodukten zur Deckung medizinischer Ausgaben. Für Kreditgeber können diese Verhaltensweisen die Verpflichtung eines Verbrauchers zu wesentlichen Verpflichtungen und seine Fähigkeit zur Verwaltung von Zahlungsplänen signalisieren und ein vollständigeres Bild seiner finanziellen Disziplin vermitteln.
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Der Aufstieg entgegenkommender Ratenkreditgeber
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Die Daten von PYMNTS Intelligence zeigen auch eine Konzentration von Subprime-Verbrauchern bei bestimmten Ratenkreditgebern, deren Underwriting-Modelle besser geeignet sind, Kreditnehmer mit dünner Akte oder nicht-traditionelle Kreditnehmer zu berücksichtigen. Unternehmen wie Klarna, Sezzle, FuturePay und Quadpay/Zip überindizierten alle bei Subprime-Nutzern. Umgekehrt unterindizierten PayPal Pay in 4 und Uplift bei dieser Demografie deutlich.
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Diese Divergenz spiegelt wahrscheinlich Unterschiede in den Underwriting-Kriterien, Genehmigungsschwellen oder Transaktionsdesigns wider. Sie deutet darauf hin, dass einige Anbieter besser in der Lage sind, kurzfristiges Cashflow- und Rückzahlungsverhalten zu bewerten, anstatt sich hauptsächlich auf konventionelle Kreditattribute zu verlassen. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es ihnen, ein Marktsegment zu erschließen, das traditionelle Banken oft als zu riskant einstufen.
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Gezieltes Underwriting für zukünftiges Wachstum
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Demografische Signale innerhalb des Berichts weisen zudem auf Möglichkeiten für ein gezielteres Underwriting hin. So zeigten verheiratete Eltern und alleinerziehende Elternteile deutlich unterschiedliche Definitionen von wesentlichen Ausgaben. Dies impliziert, dass Underwriting-Modelle, die Haushalts-Prioritäten und wiederkehrende Verpflichtungen berücksichtigen, ein vollständigeres, genaueres Bild des Rückzahlungsverhaltens liefern könnten als statische Kreditbüro-Dateien allein.
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Die umfassendere Implikation für Kreditgeber ist klar: Der Subprime-Markt ist alles andere als marginal; er ist dauerhaft, messbar und wirtschaftlich bedeutsam. Für Finanzinstitute, die Wachstum jenseits zunehmend gesättigter Prime-Kreditkartenmärkte suchen, besteht die Herausforderung nicht darin, ob sie Subprime-Verbraucher bedienen sollen, sondern wie sie ihre Underwriting-Systeme weiterentwickeln können, um die Verhaltenssignale, die Widerstandsfähigkeit und Rückzahlungsfähigkeit innerhalb dieses eigenständigen und substanziellen Verbrauchersegments am besten vorhersagen, genau zu bewerten und zu nutzen.


