NEU-DELHI — Indien und Neuseeland haben offiziell ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, ein Pakt, der als „Jahrhundert“-Abkommen beschrieben wird und die Zölle auf die überwiegende Mehrheit der Waren erheblich senkt und den Marktzugang erweitert, auch wenn der globale Handel mit Spannungen im Nahen Osten konfrontiert ist.
Das im Dezember finalisierte und am Montag in Neu-Delhi unterzeichnete Abkommen sieht vor, dass Neuseeland die Zölle auf alle indischen Importe abschafft. Gleichzeitig wird Indien die Zölle auf 95 % der Waren aus dem südpazifischen Land senken.
Die Unterzeichnungszeremonie, an der eine beträchtliche Anzahl von Wirtschaftsführern aus Indien und Neuseeland teilnahm, findet zu einer Zeit statt, in der der anhaltende Konflikt im Nahen Osten erhebliche Störungen auf den globalen Lebensmittel- und Energiemärkten verursacht, die Indien direkt betreffen. Im vergangenen Jahr hat Neu-Delhi seine Bemühungen zur wirtschaftlichen Liberalisierung intensiviert und ähnliche Abkommen mit wichtigen Partnern wie dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union abgeschlossen. Diese Strategie zielt darauf ab, die Abhängigkeit von einem einzelnen Wirtschaftsblock zu verringern und den Handel zu diversifizieren.
Der neuseeländische Premierminister Christopher Luxon lobte das Abkommen auf X und erklärte: „Dies ist ein Jahrhundert-Abkommen, das neuseeländischen Exporteuren beispiellosen Zugang zu 1,4 Milliarden Menschen und einer Wirtschaft verschafft, die zur drittgrößten der Welt heranwachsen wird.“
Der Pakt wurde offiziell von Indiens Handels- und Industrieminister Piyush Goyal und seinem neuseeländischen Amtskollegen Todd McClay unterzeichnet. Laut einer Erklärung der neuseeländischen Regierung leitet die Unterzeichnung den standardmäßigen parlamentarischen Überprüfungsprozess des Landes ein. Das Abkommen wird von einem Ausschuss geprüft, der eine öffentliche Einsichtnahme ermöglicht, bevor ein zustimmendes Gesetz eingeführt wird.
Während der Handelsgespräche im vergangenen Jahr hatte Indien sein Engagement betont, die Interessen seiner heimischen Landwirte, insbesondere im Milch- und anderen Agrarsektor, zu schützen, während es mit Neuseeland, dem weltweit führenden Milchexporteur, verhandelte.
Das Abkommen sieht die sofortige Abschaffung von Zöllen auf wichtige neuseeländische Exporte vor, darunter Schaffleisch, Wolle und Kohle. Darüber hinaus erleichtert es den Marktzugang für eine Reihe von Früchten wie Kiwis, Kirschen, Avocados, Persimonen und Blaubeeren.
Dieses umfassende Handelsabkommen stellt einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen dar und wird voraussichtlich erhebliche Chancen für Unternehmen in beiden Nationen eröffnen und die Handelsströme inmitten eines komplexen globalen Wirtschaftsumfelds ankurbeln.


