Umfassende neue US-Wirtschaftssanktionen, die von der Trump-Administration enthüllt wurden, könnten internationale Unternehmen dazu zwingen, ihre Geschäftstätigkeit in Kuba einzustellen, während Washington seine Bemühungen intensiviert, das 67 Jahre alte Regime zu stürzen. Die am Freitag angekündigten Maßnahmen ermächtigen die USA, fast jeden Nicht-US-Bürger oder jede Nicht-US-Organisation, die in Kuba geschäftlich tätig ist, ins Visier zu nehmen, wobei der Schwerpunkt auf den Sektoren Verteidigung, Bergbau, Finanzen und Sicherheit liegt.
Unsicherheit für ausländische Investoren
Der breite Umfang dieser Sanktionen wirft erhebliche Fragen für ausländische Unternehmen mit bestehenden Interessen in Kuba auf. Analysten wie William LeoGrande, Professor für Regierungswissenschaften und Spezialist für die Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika an der American University in Washington, hoben die potenziellen Auswirkungen auf Unternehmen wie die türkische Karpowership, die ein Energie-Barge in Havanna betreibt, und die kanadische Sherritt International, ein Bergbauunternehmen, das in der Nickel- und Kobaltförderung tätig ist, hervor.
„Diese Sanktionen sind unglaublich, unglaublich breit gefächert“, sagte LeoGrande und prognostizierte, dass die Administration diese neue wirtschaftliche Waffe nutzen wird, um Unternehmen „zu terrorisieren“ und sie zum Rückzug aus dem kubanischen Markt zu bewegen.
Karpowership und Sherritt International reagierten außerhalb der üblichen Geschäftszeiten nicht sofort auf Anfragen nach Kommentaren.
Finanzinstitute unter Beobachtung
Über direkte Geschäftsbetriebe hinaus zielen die neuen Sanktionen auch auf Finanzinstitute ab. Jene, die Transaktionen mit bestimmten kubanischen Einzelpersonen und Entitäten abgewickelt haben, riskieren, vom US-Bankensystem ausgeschlossen zu werden. Dies erzeugt eine abschreckende Wirkung und könnte Kuba weiter von internationalen Finanzströmen isolieren.
Eskalierende Rhetorik und militärische Drohungen
Der Ankündigung der Sanktionen folgte eine Rhetorik von Präsident Trump, die eine mögliche militärische Intervention andeutete. Kurz nach der Veröffentlichung der Sanktionen sprach Trump vor einem Publikum in Florida und deutete an, dass der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in der Nähe Kubas stoppen könnte, und sagte: „und sie werden sagen: ‚Vielen Dank, wir geben auf.'“ Er fügte hinzu: „Wir werden fast sofort übernehmen.“
Diese Eskalation der Rhetorik kommt, während die Trump-Administration seit Januar eine nahezu vollständige Treibstoffblockade gegen die Insel aufrechterhält, eine Maßnahme, die auf einen Regimewechsel abzielt. Kuba hat erklärt, dass, obwohl Verhandlungen im Gange sind, seine Regierungsstruktur und seine Führung nicht zur Diskussion stehen.
Kubas Reaktion
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete die neuen militärischen Drohungen der USA als „gefährlich und beispiellos“. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) forderte er die internationale Gemeinschaft auf, dies zur Kenntnis zu nehmen und gemeinsam mit dem amerikanischen Volk zu prüfen, ob ein solch drastischer krimineller Akt zugelassen werde. „Kein Angreifer, egal wie mächtig, wird Kuba zur Kapitulation zwingen“, erklärte Díaz-Canel.
Die ausgeweiteten Sanktionen und die begleitende Rhetorik signalisieren eine Verhärtung der US-Politik gegenüber Kuba mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die kubanische Wirtschaft und ihre verbleibenden internationalen Partnerschaften.

