Düsseldorf. Die private Altersvorsorge kann in der Theorie einfacher erscheinen als in der Praxis. Diese Erfahrung musste ein Autor des Handelsblatts am eigenen Leib machen, als er seine langjährige Finanzstrategie einer kritischen Prüfung unterzog. Nach über 15 Jahren und Einzahlungen von mehr als 20.000 Euro offenbarte sich ein ernüchterndes Bild: Der Gewinn belief sich auf lediglich 1.000 Euro.
Vom Girokonto zur Ernüchterung
Die finanzielle Herangehensweise des Autors war lange Zeit von Zurückhaltung geprägt. Seit dem ersten Taschengeld bestand die Strategie darin, möglichst wenig auszugeben. Später landeten alle Einnahmen, abgesehen von wenigen festverzinslichen Ausnahmen, auf dem Girokonto. Er selbst beschreibt sich als klassischen linksgrünen Geisteswissenschaftler, dessen Interesse eher den politischen Zuständen in den USA galt als den eigenen Geldangelegenheiten.
Diese Haltung änderte sich erst im vergangenen Jahr, als die private Altersvorsorge neu geregelt werden musste. Bereits 2008, nach dem Studienabschluss, hatte er eine auf Aktienfonds basierende Rentenversicherung abgeschlossen – bei einem Freund, was er rückblickend als keine gute Idee bewertet. Die Zusicherung, alles sei sehr sicher, führte dazu, dass er ohne langes Überlegen unterschrieb und die jährliche Übersichtspost ungelesen abheftete.
Die bittere Bilanz nach 15 Jahren
Der Wechsel zum Handelsblatt war wohl der entscheidende Impuls, die eigenen Finanzen genauer zu beleuchten. Mit 42 Jahren stellte sich heraus, dass die vermeintlich sichere Anlage nach mehr als 15 Jahren und über 20.000 Euro an Beiträgen einen Gewinn von nur 1.000 Euro erzielt hatte. Dies war umso bemerkenswerter, da die Aktienmärkte in diesem Zeitraum eine überwiegend positive Entwicklung verzeichneten.
Die Erkenntnis war schmerzhaft: Selbst ein einfaches Sparbuch hätte in der gleichen Zeit eine höhere Rendite abgeworfen. Diese finanzielle Ernüchterung zwingt den Autor nun dazu, seine Altersvorsorge grundlegend zu überdenken und sich intensiv mit alternativen Anlagestrategien auseinanderzusetzen, um zukünftige Fehlentscheidungen zu vermeiden.


