Die US-Regierung hat einen prozeduralen Sieg errungen, der es ihr erlaubt, den im Februar eingeführten weltweiten 10%-Zoll weiterhin zu erheben, während die rechtlichen Anfechtungen gegen diese Abgaben gerichtlich weiterverfolgt werden. Ein Bundesgericht entschied am Donnerstag, dass die Zölle, die am 24. Juli auslaufen sollen, vorerst in Kraft bleiben dürfen.
Die Entscheidung erging vom Berufungsgericht für den Federal Circuit in Washington, das zu dem Schluss kam, dass der Fall der Regierung „voraussichtlich in der Sache erfolgreich sein wird“. Dieses Urteil kehrt vorübergehend eine Feststellung vom letzten Monat durch ein geteiltes Dreiergremium des spezialisierten Gerichtshofs für internationalen Handel in New York um, das die globalen 10%-Zölle für illegal erklärt hatte.
Die Grundlage der Zölle
Diese temporären weltweiten 10%-Zölle wurden von der Trump-Regierung gemäß Sektion 122 des Handelsgesetzes von 1974 verhängt. Dieser spezifische Abschnitt des Gesetzes, der zuvor noch nie zur Rechtfertigung von Einfuhrzöllen herangezogen wurde, erlaubt es dem Präsidenten, globale Zölle von bis zu 15% für einen Zeitraum von 150 Tagen zu erheben. Über diesen Zeitraum hinaus ist für eine Verlängerung die Zustimmung des Kongresses erforderlich.
Die Begründung der Regierung für die Anwendung von Sektion 122 konzentriert sich auf ihre Auslegung der Formulierung des Gesetzes, die darauf abzielt, „grundlegende internationale Zahlungsprobleme“ anzugehen. Die Trump-Regierung behauptet, dass diese Formulierung Handelsdefizite umfasst – die Diskrepanz zwischen dem, was die USA exportieren und aus anderen Ländern importieren.
Rechtliche Anfechtungen und frühere Urteile
Der Rechtsstreit begann, als Kleinunternehmen Klagen einreichten, um die Zölle zu stoppen. Der Gerichtshof für internationalen Handel in New York hatte sich auf die Seite dieser Unternehmen gestellt und mit 2 zu 1 entschieden, dass die Regierung „die Zollbefugnis, die der Kongress dem Präsidenten gemäß dem Gesetz übertragen hatte, überschritten“ habe. Die Mehrheitsmeinung des Handelsgerichts erklärte ausdrücklich, dass die Zölle „ungültig“ und „gesetzlich nicht autorisiert“ seien.
Dieses aktuelle 10%-Zollregime folgte einem früheren Versuch des Präsidenten, im letzten Jahr noch umfassendere zweistellige Zölle auf fast jedes Land weltweit zu erheben, die der Oberste Gerichtshof im Februar für ungültig erklärt hatte. Der anhaltende Rechtsstreit um die aktuellen Zölle unterstreicht eine bedeutende Debatte über die Autorität der Exekutive in der Handelspolitik.
Mit der jüngsten Entscheidung des Berufungsgerichts für den Federal Circuit wird die sofortige Erhebung dieser Zölle bestätigt. Die zugrunde liegenden Rechtsfragen bleiben jedoch ungelöst, und der Fall könnte letztendlich zur endgültigen Entscheidung an den Obersten Gerichtshof gehen, was die Unsicherheit bezüglich dieser Handelsmaßnahmen verlängert.


