Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zur steigenden Inflation werfen ein Schlaglicht auf die angespannte Beziehung zwischen dem Weißen Haus und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Auf die Frage nach seiner Besorgnis über die Teuerungsrate von 4,2 Prozent antwortete Trump lapidar: „Nein, die Zahlen waren großartig“ und fügte hinzu: „Ich liebe die Inflation.“ Er prognostizierte zudem, die Inflation werde „wie ein Stein fallen“, sobald der Konflikt mit dem Iran beigelegt sei.
Diese Aussagen dürften beim neuen Fed-Chef Kevin Warsh auf wenig Gegenliebe stoßen. Trumps Versuch, die Inflationsdynamik zu beschönigen, zielt auf eine Kennzahl, die für Notenbanker von zentraler Bedeutung ist: die Inflationserwartungen. Wenn diese Erwartungen steigen, kann dies zu einer Lohn-Preis-Spirale führen, die schwer zu kontrollieren ist.
Die Verharmlosung der Inflation durch den Präsidenten könnte die Erwartungen der Marktteilnehmer beeinflussen und die Fed in eine schwierige Lage bringen. Der Spielraum für Zinssenkungen, die zur Dämpfung der Inflation eingesetzt werden könnten, schwindet, wenn die Erwartungen bereits hoch sind. Dies erhöht den Druck auf die Fed, ihre geldpolitischen Entscheidungen sorgfältig abzuwägen, um Glaubwürdigkeit und Stabilität zu wahren.


