Geldanlage

Jenseits harter Arbeit: Der unsichtbare Einfluss des Glücks in der Finanzwelt

Jenseits harter Arbeit: Der unsichtbare Einfluss des Glücks in der Finanzwelt

Barry Ritholtz, ein Finanzexperte mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung, hat eine bedeutende Entwicklung in seinem Denken über Erfolg durchlaufen. Ursprünglich unterschätzte er die Rolle der Serendipität, erkennt aber heute das Glück als einen weitaus wichtigeren und bedeutsameren Faktor an, als er einst glaubte. Diese Erkenntnis ergibt sich aus jahrelanger Beobachtung der Finanzwelt und umfangreichen Interviews für seinen Podcast ‘Masters in Business’.

Die sich wandelnde Perspektive auf Glück

Ritholtz, der seit 1996 im Finanzwesen tätig ist, stellt fest, dass sich seine Ansichten zu verschiedenen Aspekten der Branche, von Indexierung und Handel bis hin zu Private Equity und Technologie, weiterentwickelt haben. Die tiefgreifendste Veränderung seiner Überzeugung war jedoch seine Neubewertung des ‘Glücks’. Er erklärt, dass die menschliche Neigung darin besteht, in einer geordneten Welt zu leben, die von Ursache und Wirkung bestimmt wird, in der Anstrengung, Intelligenz und Geschicklichkeit direkt zu positiven Ergebnissen führen. Das Sprichwort ‘harte Arbeit ist ihr eigener Lohn’ ist ein gängiger Gedanke, aber Ritholtz argumentiert, dass ‘zufällige Ereignisse unerwartete Ergebnisse hervorrufen können und hervorrufen, die vieles von dem antreiben, was geschieht.’ Er warnt davor, ‘Glück, Zufälligkeit und Zufall auf eigene Gefahr zu unterschätzen.’

Einblicke aus 650 Interviews

In den letzten 12 Jahren hat Ritholtz den Podcast ‘Masters in Business’ moderiert und rund 650 bemerkenswerte Gäste interviewt, darunter Nobelpreisträger, CEOs, Milliardäre und Risikokapitalgeber. Er erinnert sich an eine anfängliche Ablehnung früher Erwähnungen von Glück durch Milliardäre als ‘falsche Bescheidenheit’. Nachdem jedoch vielfältige und erfolgreiche Persönlichkeiten wiederholt das Glück anerkannten, konnte er das Muster nicht länger ignorieren.

Howard Marks über ‘Einsatz’

Ein besonders aufschlussreiches Gespräch führte er mit Howard Marks, dem Vorsitzenden von Oaktree Capital. Als Ritholtz Marks zunächst nach der Rolle des Glücks befragte und Intelligenz, harte Arbeit und Ausdauer betonte, antwortete Marks: ‘Jeder in meinem MBA-Kurs an der University of Chicago war sehr klug und sehr fleißig. Aber harte Arbeit und Intelligenz sind reine Einsatzbedingungen. Nicht jedem ist das Glück hold; nicht jeder hat Glück.’ Diese offene Antwort war für Ritholtz entscheidend und veranlasste ihn, seine eigene Karriere und den Einfluss des guten Glücks neu zu bewerten.

Persönliche Anekdoten über Serendipität

Ritholtz veranschaulicht seinen Punkt mit mehreren persönlichen Beispielen:

  • Die Marktuntergrenze 2009 prognostiziert: Ritholtz führt seinen rechtzeitigen Aufruf zur Marktuntergrenze im März 2009 teilweise auf den Unterrichtsplan seiner Frau zurück. Da er im Urlaub war, als der Markt sein Ziel von ‘Dow 6.800’ erreichte, konnte er die Situation ruhig verarbeiten. Seine anschließende Mitteilung ‘Cover Your Shorts and Go Long’, die an einem Sonntagabend verschickt wurde, wurde von einer Einladung zur TV-Sendung am nächsten Tag gefolgt, was zufällig genau der Tag der Tiefstkurse war. Dies führte zu zahlreichen Anfragen, beträchtliche Geldsummen zu verwalten.
  • Begegnung mit Josh Brown: Eine zufällige Begegnung bei einer Konferenz auf Coronado Island, wo Ritholtz am Pool neben dem jungen Josh Brown saß, führte dazu, dass Ritholtz Browns Potenzial erkannte und seinen Wechsel von der Verkaufs- zur Kaufsseite ermöglichte.
  • Gründung von Ritholtz Wealth Management: Die Gründung der Firma im September 2013 wurde durch Ritholtz’ Frustrationen über die Arbeit für andere und die Praktiken der Wall Street im Umgang mit Kundengeldern vorangetrieben. Das Zusammentreffen mit dem Beginn eines neuen Bullenmarktes, der sich seitdem zu einer der besten Renditeperioden der letzten 15 Jahre (2010-2025) entwickelt hat, wurde als ‘reiner Zufall’ bezeichnet.
  • Persönliche Meilensteine: Ritholtz nennt auch die Begegnung mit seiner Frau auf seinem High-School-Abschlussball und seine frühe Einführung ins Bloggen im Jahr 2003 über Six Apart’s ‘Typepad’ (benannt nach William Goldmans Buch ‘The Big Picture’) als Beispiele für glückliche, ungeplante Ereignisse.
  • Einblicke in die Finanzkrise: Die Karriere seiner Mutter als Immobilienmaklerin veranlasste ihn, in den 2000er Jahren die Immobiliendaten genau zu verfolgen, was ihm ermöglichte, die durch Immobilien und niedrige Zinsen getriebene Wirtschaft zu erkennen. Diese Erkenntnis bildete die Grundlage für sein Buch ‘Bailout Nation’, das wiederum zu einer Kolumne in der Washington Post, einer Kolumne für Bloomberg View und schließlich zum Podcast ‘Masters in Business’ führte.

Jenseits von ‘Glück selbst machen’

Ritholtz kritisiert gängige Aphorismen über Glück, wie ‘Glück ist, wo Vorbereitung auf Gelegenheit trifft’ und ‘Man macht sein eigenes Glück’. Letzteres hält er für widersprüchlich, da Glück per Definition außerhalb der eigenen Kontrolle liegt. Er hinterfragt auch die Vorstellung, die ‘Oberfläche für Glück zu vergrößern’, und deutet an, dass dies oft auf harte Arbeit und Ausdauer hinausläuft, was nicht per se Glück ist.

Zehn Prinzipien für beruflichen Erfolg

Während er die unkontrollierbare Natur des Glücks anerkennt, bietet Ritholtz zehn Prinzipien an, die ihm seiner Meinung nach geholfen haben, beruflich ‘Glück zu haben’:

  1. Neugier: Echtes Interesse an vielfältigen Themen.
  2. Anstrengung: Härter arbeiten als andere.
  3. Meisterschaft: Tiefe Expertise in einem gewählten Bereich entwickeln.
  4. Autodidakt: Gieriges Lesen und Selbststudium.
  5. Zukunftsorientiert: Konzentration auf aktuelle Fähigkeiten statt auf frühere akademische Zeugnisse.
  6. Mehrwert schaffen: Etwas erschaffen, das andere begehren und wofür sie zu zahlen bereit sind.
  7. Netzwerken: Echte Verbindungen aufbauen und Hilfe anbieten.
  8. Spezialisieren: Eine scharfe, verfeinerte Fähigkeit entwickeln.
  9. Vorbereitet sein: Bereit für unerwartete Gelegenheiten.
  10. Serendipität: Das ultimative, unquantifizierbare Element des Glücklichseins.

Ritholtz schließt damit, dass harte Arbeit, Geschick und Ausdauer zwar wesentliche ‘Einsatzbedingungen’ für den Eintritt in die Arena sind, man letztendlich aber immer noch das Glück benötigt, das einem hold ist. Er teilt diese Prinzipien als das, was für ihn funktioniert hat, in der Hoffnung, dass sie anderen auf ihren beruflichen Wegen zugutekommen.

This article was generated with AI assistance based on public financial sources. Information may contain inaccuracies. This is not financial advice. Always consult a qualified financial advisor before making investment decisions.
Tags: career Finanzen Investieren luck serendipity

Related Articles