Brian Johnson, der von Präsident Donald Trump nominierte Leiter des Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) und ein Manager von Capital One, erklärte am Donnerstag (23. Juli), er habe noch nicht entschieden, ob er die Pläne der Regierung zur erheblichen Reduzierung des Personals der Aufsichtsbehörde verfolgen werde. Bei seiner Nominierungsanhörung vor dem Senatsbankenausschuss sagte Johnson, er werde die Angelegenheit mit einer offenen Perspektive angehen.
„Ich verspreche Ihnen, eine offene Haltung einzunehmen, um die Personalstärke der Behörde zu überprüfen“, sagte Johnson laut Reuters. Diese Aussage erfolgte inmitten der Prüfung der zukünftigen Ausrichtung des CFPB, einer Behörde, die von der Trump-Regierung selbst zur Umstrukturierung aufgerufen wurde.
Fragen zur Ausrichtung der Behörde und zum Personal
Während der Anhörung befragten mehrere demokratische Senatoren Johnson zu den vorgeschlagenen Stellenstreichungen, die vom amtierenden CFPB-Direktor Russ Vought vorgelegt worden waren. Auf die direkte Frage, ob er glaube, die Regierung solle das CFPB „eliminieren“, stellte Johnson klar, dass dies nicht seine „Absicht“ sei.
Johnson signalisierte jedoch auch eine gewisse Übereinstimmung mit Voughts Amtszeit. Auf die Frage, ob er mit etwas, das Vought getan hat, nicht einverstanden sei, antwortete Johnson laut The Hill: „Im Moment fällt mir nichts ein.“ Diese Antwort stieß bei einigen Ausschussmitgliedern auf scharfe Kritik.
Senatorin Warrens Opposition
Senatorin Elizabeth Warren (D-Mass.), das ranghöchste Mitglied des Senatsbankenausschusses, äußerte in ihren Eröffnungsbemerkungen vehementen Widerstand gegen Johnsons Nominierung. Warren hob die Unterstützung hervor, die Johnson vom scheidenden amtierenden Direktor Vought erhielt, den sie als jemanden bezeichnete, der „anderthalb Jahre lang versucht hat, die Behörde zu töten“.
„Das Verheerendste an Johnsons Nominierung ist, dass er eine begeisterte Zustimmung vom scheidenden Direktor Russ Vought erhalten hat“, erklärte Warren und fügte ihre Überzeugung hinzu, dass Johnson die Behörde „in den Ruin treiben“ werde. Ihre Bemerkungen unterstrichen die tiefe parteipolitische Spaltung bezüglich der Führung und Mission des CFPB.
Johnsons Hintergrund und erklärte Prioritäten
Vor seiner aktuellen Nominierung hatte Johnson zwischen Dezember 2017 und März 2020 vier Positionen beim CFPB inne, zuletzt als stellvertretender Direktor. Seine Karriere umfasst auch Erfahrungen als Partner in einer Anwaltskanzlei und als Managing Director in einer Beratungsfirma. Im November 2024 trat er Capital One als Vizepräsident und U.S. Card Compliance Officer bei, eine Rolle, die er weiterhin innehat.
In seiner Aussage für die Anhörung am Donnerstag skizzierte Johnson drei Hauptprioritäten, sollte er als Leiter des Büros bestätigt werden:
- Schutz der Verbraucher, insbesondere derjenigen, die anfällig für Betrug und Scams sind.
- Förderung der Rechenschaftspflicht, indem sichergestellt wird, dass das CFPB umsichtig und innerhalb seiner gesetzlichen Grenzen handelt.
- Modernisierung der CFPB-Operationen.
Johnsons unentschlossene Haltung bezüglich der Personalstärke, gepaart mit seinen erklärten Prioritäten und früheren Erfahrungen, bereitet die Bühne für eine fortgesetzte Debatte über den zukünftigen Umfang und die Durchsetzungsfähigkeiten des CFPB, während der Senatsbankenausschuss seine Bestätigung prüft.


