Philippinische Staatsanleihen stehen nach Einschätzung von Analysten vor anhaltendem Druck, da die hartnäckige Inflation die Zentralbank zu einer restriktiven Politik zwingt. Diese Aussicht verlängert einen Rückgang, der philippinische Anleihen im letzten Monat zu den schlechtesten Performern in Südostasien machte.
Die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihen liegen derzeit bei etwa 7,25 %. Finanzinstitute erwarten jedoch einen deutlichen Anstieg. Die Union Bank of the Philippines prognostiziert, dass die Renditen 10-jähriger Anleihen kurzfristig auf 7,60 % bis 7,80 % steigen könnten. Auch Aberdeen Investments rechnet mit anhaltend hohen Renditen im Bereich von 7,20 % bis 7,60 %.
Vertiefender Ausverkauf und Inflationsdruck
Diese schwache Prognose deutet auf eine Vertiefung des Ausverkaufs im Juli hin, als die Renditen philippinischer Anleihen um 1,74 % fielen. Dieser Rückgang wurde hauptsächlich durch den zunehmenden Inflationsdruck und die Markterwartungen weiterer Zinserhöhungen angetrieben. Angesichts der Volatilität der globalen Energiepreise und der deutlich über dem Ziel der Zentralbank liegenden Inflationsraten erwarten Analysten, dass philippinische Schuldtitel weiterhin anfällig für weitere Rückgänge bleiben werden.
Ruben Carlo Asuncion, Chefökonom der Union Bank of the Philippines, äußerte diese Besorgnis. „Wir glauben, dass die Renditen philippinischer Anleihen kurzfristig steigen könnten“, so Asuncion. Er führte dies hauptsächlich darauf zurück, dass die Marktteilnehmer weiterhin eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) auf der Sitzung des Währungsausschusses am 27. August einpreisen, angetrieben durch erneuten Inflationsdruck.
Die Daten vom Juli zeigten, dass die philippinische Inflation den dritten Monat in Folge auf 6,2 % nachließ. Trotz dieser Mäßigung liegt der Wert weiterhin deutlich über dem Ganzjahresziel der BSP von 3 %. Die Zentralbank hat ihre Bereitschaft bekräftigt, bei Bedarf weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Inflation wieder in die Nähe ihres Ziels zurückkehrt. In diesem Jahr hat die BSP den Leitzins bereits um 50 Basispunkte erhöht.
Breitere makroökonomische Gegenwinde
Neben den binnenwirtschaftlichen Faktoren trägt auch eine Reihe globaler makroökonomischer Risiken zu dem ungünstigen Umfeld für philippinische Anleihen bei. Asuncion betonte, dass erhöhte US-Staatsanleihenrenditen, gepaart mit anhaltender Ölpreisvolatilität und breiteren geopolitischen Unsicherheiten, zusammen ein weniger günstiges Umfeld für Anleihen von Schwellenländern, einschließlich der Philippinen, geschaffen haben. Diese externen Drücke verschärfen die Herausforderungen für den lokalen Rentenmarkt und machen ihn anfälliger für Kapitalabflüsse und höhere Kreditkosten.
Widersprüchliche Ansichten über den Marktboden
Trotz der vorherrschenden Makrorisiken sehen einige Analysten einen möglichen Boden für den aktuellen Ausverkauf und erwarten, dass Anleger dazu veranlasst werden könnten, höhere Renditen zu sichern. Winson Phoon, Leiter der Fixed-Income-Forschung bei Maybank Securities in Singapur, deutet an, dass eine starke Nachfrage nach „Dip-Buying“ entstehen könnte, wenn die Renditen der 10-jährigen Anleihen 7,50 % überschreiten.
Phoon erklärte: „Eine 10-jährige Rendite über 7,50 % würde die Kurve ausreichend steil machen, um einen anständigen Puffer gegen weitere geldpolitische Straffungen zu bieten, und dieses Niveau hat historisch gesehen Kaufinteresse bei Rückgängen angezogen.“ Diese Perspektive bietet einen Hoffnungsschimmer für eine mögliche Stabilisierung und deutet auf einen Punkt hin, an dem das Risiko-Rendite-Profil für Anleger attraktiver werden könnte.
Dieses Potenzial für eine Nachfrage nach „Dip-Buying“ könnte jedoch durch spezifische Dynamiken bei der Schuldenemission konterkariert werden, so andere Analysten. Shivank Sehgal, Investmentanalyst bei Aberdeen Investments, verwies auf eine nach hinten verlagerte Schuldenemission und geringe Anleihenfälligkeiten in diesem Zeitraum als Faktoren, die zusätzliche Gegenwinde für den Markt darstellen könnten. Sehgal bekräftigte auch die anhaltenden Inflationsbedenken und erklärte: „Erhöhte Ölpreise, Unsicherheit um den US-Iran-Konflikt und materielle Zweitrundeneffekte der Inflation dürften die Inflationsrisiken prominent halten und weitere BSP-Straffungen erfordern.“ Dies deutet darauf hin, dass die grundlegenden Treiber des Anleihenrückgangs, insbesondere die Inflation und die Reaktion der Zentralbank, wahrscheinlich nicht schnell verschwinden werden, was möglicherweise das kurzfristige Anlegerinteresse an höheren Renditen überlagert.


