Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat seit Anfang 2025 eine beeindruckende Rallye hingelegt und rund 65 Prozent zugelegt. Doch hinter dieser scheinbar robusten Entwicklung verbirgt sich ein erhebliches, oft übersehenes Risiko für Anleger, die auf börsengehandelte Fonds (ETFs) setzen, die diesen Index abbilden. Finanzkorrespondentin Andrea Cünnen warnt eindringlich vor einer versteckten Falle in der Konstruktion des Nikkei 225.
Die Performance des Nikkei 225 übertrifft in den letzten Jahren nicht nur den US-Leitindex S&P 500 um mehr als das Doppelte, sondern auch andere japanische Indizes wie den Topix und den MSCI Japan, die im selben Zeitraum jeweils „nur“ 45 Prozent zulegten. Diese überdurchschnittliche Entwicklung ist jedoch nicht primär auf eine breite Stärke des japanischen Marktes zurückzuführen, sondern auf eine fundamentale Schwäche des Index selbst.
Ali Masarwah, Geschäftsführer des unabhängigen Fondsvermittlers Envestor, bezeichnet die Struktur des Nikkei 225 als eine „Konstruktionskatastrophe“. Diese spezifische Eigenart des Index ist entscheidend für Anleger, die über ETFs in den japanischen Markt investieren möchten. Während Japans Aktienmarkt insgesamt von Konjunkturpaketen und marktfreundlichen Reformen unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi profitiert und viele Strategen weiterhin zum Kauf raten, sollten die strukturellen Mängel des bekanntesten Index nicht ignoriert werden.
Die jüngste gemeinsame Intervention Japans und der USA zur Aufwertung des Yen hat zwar kurzfristig für Verunsicherung gesorgt, doch der grundsätzliche Aufwärtstrend japanischer Aktien bleibt bestehen. Trotzdem müssen Anleger, die sich am Nikkei 225 orientieren, die spezifischen Risiken seiner Zusammensetzung genau prüfen, um nicht in eine unerwartete Falle zu tappen.


