Wirtschaft

USA verlieren jährlich bis zu 26 Milliarden Dollar durch Zollumgehung

USA verlieren jährlich bis zu 26 Milliarden Dollar durch Zollumgehung

WASHINGTON – Das Trump-Weiße Haus hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der erhebliche jährliche Einnahmeverluste detailliert beschreibt. Schätzungen zufolge verliert die Vereinigten Staaten jährlich zwischen 19 und 26 Milliarden Dollar, da ausländische Nationen aktiv US-Zölle umgehen. Dieser erhebliche finanzielle Abfluss wird einer raffinierten Praxis zugeschrieben, die als Transshipment bekannt ist, bei der Länder ihre Exporte über Drittstaaten leiten, um direkte Einfuhrzölle zu vermeiden.

Die Mechanismen der Zollumgehung

Der am Donnerstag veröffentlichte Bericht beleuchtet, wie diese Strategie zur Zollvermeidung funktioniert. Anstatt Waren direkt in die USA zu exportieren und Zölle zu zahlen, leiten Länder ihre Produkte über Zwischennationen um. Diese Drittländer fungieren dann als Kanäle, oft mit minimaler Verarbeitung wie Verpackung oder begrenzter Montage, bevor die Waren in die Vereinigten Staaten verschifft werden. Diese Praxis verschleiert effektiv die wahre Herkunft der Produkte und ermöglicht es ihnen, ohne die beabsichtigte Zollbelastung auf den US-Markt zu gelangen.

Der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, unterstrich in einer Telefonkonferenz mit Reportern die Ernsthaftigkeit des Problems. Er erklärte, dass insbesondere China ein Hauptverursacher dieses Schemas sei und seine Exporte über mehr als 40 Länder leite. Navarro charakterisierte diese Handlungen in drastischen Worten und erklärte: „Seit Jahren hat der große Transshipment-Betrug dem kommunistischen China ermöglicht, seine Exporte zu waschen.“ Obwohl China hervorgehoben wurde, betonte Navarro auch, dass das umfassendere Problem auch andere Nationen betrifft, die diese Zollumgehung ermöglichen.

Chinas strategische Manöver und globale Auswirkungen

Der Bericht verweist speziell auf Chinas Reaktion auf die 2018 verhängten neuen Zölle. Nach diesen Zöllen begann Peking, seine Waren in verschiedene Länder, darunter Mexiko und Malaysia, zur Verpackung und begrenzten Montage zu senden, bevor sie ihr endgültiges Ziel in den USA erreichten. Dieses Muster erweckte den trügerischen Anschein, dass die US-Importe aus China zurückgegangen seien, ermöglichte es China jedoch gleichzeitig, seinen Fertigungssektor weiter auszubauen. Dieses Wachstum, so warnt der Bericht, stellt eine direkte Herausforderung für US-Fabriken und die heimische Beschäftigung dar.

Der Zeitpunkt dieses Berichts ist bemerkenswert, da er einem geplanten Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping im September vorausgeht. Präsident Donald Trump hatte Xi bei seinem eigenen Besuch in Peking im Mai zuvor in schmeichelhaften Worten beschrieben. Trotz der Charakterisierung der Beziehung zwischen den USA und China durch die chinesische Regierung als „strategische Stabilität“ argumentiert der Bericht, dass Pekings Politik zur Unterstützung von Exporten von Industriegütern kritische Sektoren – darunter Automobil, Metalle und Elektronik – nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa, Japan und anderen globalen Märkten destabilisiert hat.

Breitere Implikationen und administrative Reaktion

Das Problem des Transshipments ist nicht auf China beschränkt. Navarro deutete an, dass auch andere Nationen, wie Indien, ähnliche Praktiken anwenden könnten, um neue Zölle zu vermeiden. Als Reaktion darauf entwickelt die Trump-Regierung neue Handelsrahmen, die Bestimmungen enthalten sollen, um Handelspartner zu bestrafen, die an solchen Umgehungsaktivitäten beteiligt sind.

Die breitere Strategie der Regierung umfasste die Erhebung hoher Zölle auf eine Vielzahl globaler Importe, die sowohl Verbündete als auch Rivalen betrafen. Das erklärte Ziel dieser Einfuhrsteuern ist der Schutz der US-Hersteller. Diese Zölle haben jedoch auch neue inflationäre Drücke in der heimischen Wirtschaft verursacht.

Der Bericht quantifiziert das Ausmaß des Problems und präsentiert eine Reihe von Schätzungen für den Wert der jährlich zur Zollvermeidung transshippten Waren. Unter Berufung auf Zahlen von Regierungs- und Privatsektor werden Schätzungen von etwa 34,2 Milliarden bis 303 Milliarden Dollar an jährlich transshippten Waren genannt. Für die Berechnung der verlorenen Steuereinnahmen wurde ein zentraler Wert von 75 Milliarden Dollar an transshippten Waren pro Jahr verwendet.

Gegenmaßnahmen und rechtliche Rahmenbedingungen

Um dieser raffinierten Zollumgehung entgegenzuwirken, hat die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) ein Prototypenprogramm gestartet, das künstliche Intelligenz einsetzt. Dieses KI-gesteuerte System soll Transshipments erkennen und stoppen. Wenn festgestellt wird, dass ein Importeur die Herkunft von Waren gefälscht hat, ist die CBP befugt, Zölle rückwirkend zu erheben, möglicherweise bis zu einem Jahr zurück.

Die Zölle des Präsidenten, insbesondere die während seiner zweiten Amtszeit eingeführten, wurden rechtlich stark geprüft, wobei der Oberste Gerichtshof im Februar einige davon aufhob. Trotz dieser Herausforderungen und des anhaltenden Problems der Zollumgehung importieren die USA weiterhin mehr, als sie exportieren. Das Handelsbilanzdefizit für das laufende Jahr, das bei 371 Milliarden Dollar liegt, ist jedoch um etwa 189 Milliarden Dollar geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der jüngste Bericht des Weißen Hauses unterstreicht die anhaltende und kostspielige Herausforderung, Handelspolitiken in einer vernetzten globalen Wirtschaft durchzusetzen, und hebt die erheblichen Einnahmeverluste hervor, die entstehen, wenn Länder Schlupflöcher ausnutzen, um etablierte Zollstrukturen zu umgehen.

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Tags: Handelspolitik revenue loss transshipment white house Zölle

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