Die globale Finanzwelt blickt mit wachsender Nervosität auf die aktuelle US-Politik. Drohungen mit Zöllen, deren Einführung und Aussetzung, sowie die Eskalation internationaler Konflikte durch die USA unterstreichen die fundamentale Unsicherheit an den Märkten. Angesichts dieser Volatilität suchen Anleger verstärkt nach „sicheren Häfen“ – Anlageformen, die auch in Zeiten starker Börsenbewegungen ihren Wert vergleichsweise stabil halten oder sogar steigern können.
US-Politik als Unsicherheitsfaktor
Seit der Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident sind viele ökonomische Gewissheiten ins Wanken geraten. Seine Politik, die von Handelskonflikten und militärischen Aktionen wie dem von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieg sowie dem Angriff auf Venezuela geprägt ist, hat ihn zum „Kriegspräsidenten“ werden lassen. Die unklare Positionierung im Ukraine-Krieg trägt zusätzlich zur Verunsicherung bei. Schon einzelne Äußerungen des Präsidenten können erhebliche Kursbewegungen an den Finanzmärkten auslösen, was die Suche nach Stabilität umso dringlicher macht und die Frage nach der Resilienz von Anlagen in den Vordergrund rückt.
Die Suche nach Stabilität in Krisenzeiten
In diesem volatilen Umfeld rücken klassische „sichere Häfen“ in den Fokus der Anleger. Das Handelsblatt hat die historische Performance von fünf spezifischen Anlageformen untersucht, um deren Krisenfestigkeit zu bewerten. Im Mittelpunkt standen dabei Werte, die traditionell als stabil gelten:
- Gold, oft als ultimativer Wertspeicher in Krisen betrachtet
- US-Staatsanleihen, die als Referenz für Sicherheit im größten Anleihemarkt gelten
- Schweizer Staatsanleihen, bekannt für die Stabilität der Schweizer Wirtschaft und Währung
- Der US-Dollar, als Weltleitwährung oft ein Fluchtpunkt in globalen Krisen
- Der Schweizer Franken, der ebenfalls als klassische Fluchtwährung gilt
Die Analyse zielte darauf ab, zu prüfen, ob diese Werte tatsächlich jene Sicherheit bieten, die ihnen oft zugeschrieben wird, insbesondere wenn die Märkte unter Druck geraten und traditionelle Annahmen nicht mehr gelten.
Historische Belastungsprobe: Börsencrashs der letzten 100 Jahre
Um die Robustheit dieser Anlagen objektiv zu testen, wurde ein umfassender Blick auf die vergangenen 100 Jahre der Finanzgeschichte geworfen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf spezifische Szenarien, in denen der US-Index Dow Jones einen signifikanten Kursverlust von mehr als 20 Prozent innerhalb von 30 Tagen erlitt. Diese Kriterien simulieren einen echten und schwerwiegenden Börsencrash und bieten eine strenge, empirische Messlatte für die Stabilität der ausgewählten Anlageformen.
Das Ergebnis dieser umfassenden historischen Betrachtung sollte aufzeigen, inwieweit die vermeintlich sicheren Häfen in der Vergangenheit tatsächlich einen gewissen Schutz vor starken Abwärtsbewegungen an den Märkten bieten konnten. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der damit verbundenen Marktvolatilität bleibt die Frage nach der Verlässlichkeit dieser Anlagen für Anleger von zentraler Bedeutung, um fundierte Entscheidungen in unsicheren Zeiten treffen zu können.


