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China-Nachrichten drücken Infineon-Aktie – Bewertung moderat

China-Nachrichten drücken Infineon-Aktie – Bewertung moderat

Die Aktie des deutschen Chipkonzerns Infineon hat in der vergangenen Woche 17 Prozent an Wert verloren. Seit seinem Rekordhoch Anfang Juni beläuft sich der Kursrückgang sogar auf fast 40 Prozent. Damit reiht sich Infineon in eine weltweite Schwächephase von Chipaktien ein. Der Philadelphia-Semiconductor-Index, ein wichtiger Branchenindikator, notiert 25 Prozent unter seinem Höchststand. Auch andere Branchengrößen wie Samsung aus Südkorea und ASML aus den Niederlanden verzeichneten seit Juni deutliche Kursverluste von 30 respektive 20 Prozent.

Chinas Aufholjagd als Auslöser

Bis zum Juni erlebten Chipaktien einen regelrechten Boom. Allein der Wert der Infineon-Aktie hatte sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Getragen wurde diese Entwicklung von einer hohen Nachfrage, insbesondere bei Speicherchips, die auf ein begrenztes Angebot traf. Dies ermöglichte den Chipkonzernen stark steigende Gewinne und bescherte den Aktionären kräftige Kurszuwächse.

Der jüngste Ausverkauf an den Märkten wurde durch Nachrichten aus China ausgelöst. Berichten zufolge hat das Land offenbar mit der Produktion hochspezialisierter Lithografieanlagen begonnen. Diese Anlagen sind für die Herstellung von Halbleitern unerlässlich und die Produktion wird bislang vom europäischen Marktführer ASML dominiert. In Verbindung mit dem erfolgreichen Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT am vergangenen Montag sendet dies ein klares Signal an die Finanzmärkte: China holt im KI- und Halbleitergeschäft auf und entwickelt sich zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber.

Bewertungsdruck und KI-Sorgen

Die Aussicht auf eine stärkere Konkurrenz aus China birgt das Potenzial, die Preise für begehrte Halbleiter zu senken. Dies könnte bestehende Aktienbewertungen, die auf optimistischen Umsatz-, Gewinn- und Margenerwartungen basieren, ins Wanken bringen. Zusätzlich zu den geopolitischen Entwicklungen befeuern Sorgen am Markt die Unsicherheit. Es wird befürchtet, dass der aktuelle Boom rund um Künstliche Intelligenz, der maßgeblich die hohe Nachfrage nach Halbleitern antreibt, abebben könnte.

Infineon nach Kursverlusten moderat bewertet

Nach den jüngsten Kursverlusten präsentiert sich die Infineon-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 22 auf Basis der für die nächsten vier Quartale erwarteten Gewinne nur noch leicht überbewertet. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt bei einer Bewertung von knapp 20. Analystenprognosen sehen für das laufende Geschäftsjahr einen Nettogewinn von knapp 1,8 Milliarden Euro vor, während für 2027 Rekordgewinne von drei Milliarden Euro erwartet werden. Angesichts dieser stark steigenden Konzerngewinne wächst die Aktie somit gut in ihre Bewertung hinein.

Langfristige Chancen und zyklische Risiken

Diese Entwicklung macht die Aktie langfristig attraktiv. Infineon profitiert zudem stark vom Megatrend Elektromobilität, da E-Autos deutlich mehr Chips verbauen als herkömmliche Verbrenner. Rund die Hälfte seines Umsatzes erzielt das Unternehmen mit Halbleitern für die Automobilindustrie.

Das inhärente Risiko im Halbleitergeschäft liegt in seiner stark zyklischen Natur. Phasen hoher Nachfrage, die auf ein knappes Angebot treffen, wechseln sich regelmäßig mit Perioden ab, in denen Hersteller ihre Produktionskapazitäten stark ausweiten. Dies führt zu einem größeren Angebot und sinkenden Preisen. Zwar ist ein solches Überangebot derzeit noch nicht in Sicht, doch die Börse spekuliert oft vorausschauend auf solche Wendepunkte.

Die Mehrheit der Analysten blickt nach den jüngsten Kurskorrekturen optimistisch auf Infineon. 24 Kaufempfehlungen stehen lediglich einer Verkaufsempfehlung gegenüber, während sechs Experten zum Halten der Aktie raten. Infineon wird dabei zunehmend nicht mehr nur als reiner Autozulieferer, sondern auch als wichtiger Halbleiterspezialist für KI-Rechenzentren wahrgenommen.

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Tags: Aktienmarkt China dax Halbleiter infineon

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