Die anhaltende Hitzewelle in Europa, die bereits zu Einschränkungen in der Atomstromproduktion und steigenden Strompreisen führt, könnte nur ein Vorbote für größere Verwerfungen sein. Analysten der Commerzbank schlagen Alarm: Das Wetterphänomen El Niño birgt nach Einschätzung von Experten ein erhebliches Risiko für die globalen Rohstoffmärkte.
El Niño: Ein wachsendes Risiko für Rohstoffpreise
Die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño in den kommenden Monaten auftritt, liegt laut Experten bei bis zu 90 Prozent. Thu Lan Nguyen, Chefanalystin für Devisen und Rohstoffe bei der Commerzbank, warnt deutlich vor den potenziellen Folgen. „Je extremer die Wetterbedingungen werden, desto eher steigen die Risiken für die Rohstoffpreise“, erklärt sie. Dürren, Stürme und Überschwemmungen, die typischerweise mit El Niño einhergehen, können die Produktion und den Transport von wichtigen Rohstoffen weltweit empfindlich stören.
Konkrete Auswirkungen auf Lieferketten
Bereits jetzt sind die Auswirkungen extremer Wetterbedingungen spürbar. Die Hitzewelle in Europa hat beispielsweise die Kühlung von Atomkraftwerken beeinträchtigt, was zu Produktionsdrosselungen und höheren Strompreisen führte. Auch die Schifffahrt auf Flüssen wie dem Rhein ist durch niedrige Wasserstände bedroht, was wiederum die Versorgung mit Mineralöl beeinträchtigen kann. Diese lokalen Effekte könnten sich durch El Niño global verstärken und zu Volatilität an den Rohstoffmärkten führen.
Die Analysten betonen, dass die zunehmende Intensität und Häufigkeit extremer Wetterereignisse, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden, die Anfälligkeit der Rohstoffmärkte für solche Phänomene weiter erhöht. Investoren und Unternehmen sollten sich auf mögliche Preisschwankungen und Lieferengpässe einstellen.


