Deutsche Anleger zahlen einen hohen Preis für die vermeintliche Sicherheit von Garantieprodukten, da sie das grundlegende Verhältnis von Rendite und Risiko oft missverstehen. Diese Einschätzung teilt Jan Viebig, ein profilierter Kapitalmarktexperte, der die Präferenz der Deutschen für solche Anlagen scharf kritisiert.
Viebig, ein habilitierter Ökonom, hat sich nach sieben Jahren als Chefanlagestratege bei der Privatbank Oddo BHF im Mai dieses Jahres als unabhängiger Fondsmanager selbstständig gemacht. Er gilt als einer der führenden Köpfe im Bereich der Kapitalmärkte in Deutschland und ist bekannt für seine fundierten Analysen.
Hoher Preis für die Garantie
Die Neigung zu Garantieprodukten sei ein klares Indiz für ein mangelndes Verständnis der fundamentalen Zusammenhänge an den Finanzmärkten, so Viebig. Er betont, dass die von Anlegern angestrebte Garantie in der Regel teuer erkauft wird und die Renditechancen erheblich schmälert. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Ein kleines Vermögen für alle“ erläutert er detailliert, wie man klug investiert und langfristig Vermögen aufbaut, und stellt dabei die Bedeutung eines ausgewogenen Risiko-Rendite-Profils in den Vordergrund.
Die Analyse Viebigs legt nahe, dass eine tiefere Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Kapitalmarktes unerlässlich ist, um Anlagestrategien zu entwickeln, die nicht nur auf Sicherheit abzielen, sondern auch ein angemessenes Renditepotenzial bieten. Die anhaltende Fokussierung auf kostenintensive Garantieprodukte verhindert oft den Aufbau eines substanziellen Vermögens über die Zeit und unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Finanzbildung in Deutschland.


