Deutschland erlebt eine signifikante Zunahme der Unternehmensinsolvenzen, eine Entwicklung, die für findige Anleger unerwartete Chancen eröffnen könnte. Das Statistische Bundesamt verzeichnete im Jahr 2025 bereits 24.000 Unternehmensinsolvenzen, den höchsten Stand seit 2013. Für 2026 prognostiziert der führende Kreditversicherer Allianz Trade, auch bedingt durch den Irankrieg, einen weiteren Anstieg der Fallzahlen.
Die aktuelle Insolvenzwelle unterscheidet sich strukturell von früheren Phasen. Zwischen 2020 und 2022 haben staatliche Coronahilfen und die temporär ausgesetzte Insolvenzantragspflicht wohl zehntausende Insolvenzen künstlich aufgeschoben. Diese aufgestauten Fälle tragen nun maßgeblich zum gegenwärtigen Anstieg bei. Hinzu kommen aktuell hohe Zinsen, gestiegene Energiekosten und eine anhaltend schwache Konjunktur, die viele Unternehmen zusätzlich belasten und in die Krise treiben, wodurch der Markt für Übernahmen reifer wird.
In diesem herausfordernden Umfeld rücken Private-Equity-Unternehmen in den Fokus von Investoren. Diese spezialisierten Gesellschaften sind darauf ausgerichtet, finanziell angeschlagene Unternehmen zu identifizieren, aufzukaufen und durch gezielte Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen wieder auf Kurs zu bringen. Das Handelsblatt hat die Zahlen von Firmeninsolvenzen seit 2003 ausgewertet und dabei untersucht, ob Aktien von Private-Equity-Firmen, die sich auf solche Turnaround-Situationen konzentrieren, in Phasen starker Insolvenzbewegungen eine attraktive Investmentidee darstellen könnten.
Die Analyse identifizierte spezifische Momente in der deutschen Wirtschaft, in denen die Zahl der Insolvenzen besonders stark zu- oder abnahm. Basierend auf diesen Erkenntnissen könnte die aktuelle Marktlage für Anleger, die bereit sind, die spezifischen Risiken und Chancen dieses Segments zu bewerten, eine interessante Gelegenheit bieten, ihr Portfolio durch ausgewählte Private-Equity-Beteiligungen zu bereichern und potenziell von der Neuausrichtung angeschlagener Firmen zu profitieren.


