Mais-Futures verzeichneten am Freitag einen deutlichen Aufwärtstrend, wobei die Preise über alle Kontrakte hinweg um 6 bis 8 Cent stiegen, nachdem die US-Landwirtschaftsbehörde (USDA) Daten veröffentlicht hatte, die von Analysten als “freundlicher als erwartet” beschrieben wurden. Der nationale Durchschnittspreis für Cash Corn von CmdtyView spiegelte diese bullische Stimmung ebenfalls wider und stieg um 6 Cent auf 4,06 3/4 US-Dollar. Diese Rallye wurde hauptsächlich durch den monatlichen WASDE-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates) des USDA angeheizt, der bemerkenswerte Reduzierungen der inländischen und globalen Maisvorratsprognosen detaillierte.
Inländisches Angebot verknappt sich durch erhöhte Nachfrage
Der WASDE-Bericht des USDA vom 11. Juli 2026 zeigte eine erhebliche Verknappung der US-Maisvorräte für das Wirtschaftsjahr 2025/26. Die Prognosen für die US-Maisvorräte wurden gegenüber dem Vormonat um 125 Millionen Scheffel (mbu) nach unten korrigiert und liegen nun bei 2,02 Milliarden Scheffel (bbu). Diese Reduzierung wurde größtenteils auf einen deutlichen Anstieg der Prognose für Futter- und Restverbrauch um 150 mbu zurückgeführt, was auf eine stärkere inländische Nachfrage aus dem Viehsektor hindeutet. Darüber hinaus verzeichnete der Bericht eine Kürzung der Ethanolproduktion um 25 mbu, was auf eine Neuausrichtung der Nachfrage über verschiedene industrielle Verwendungen hinweist.
Um die angespanntere inländische Angebotsprognose weiter zu unterstreichen, fielen die Carryout-Zahlen für die neue Ernte stärker als erwartet. Das USDA prognostizierte einen Rückgang des New Crop Carryout um 170 mbu auf 1,790 bbu. Diese erhebliche Revision war eine Folge sowohl des geringeren Old Crop Carryover als auch eines Anstiegs der Exportaussichten um 50 mbu, was eine robuste internationale Nachfrage nach US-Mais signalisiert. Über Nacht wurden 12 Lieferungen gegen Juli-Kontrakte ausgestellt, was die Marktaktivität als Reaktion auf die aktualisierten Angebotszahlen weiter widerspiegelt.
Globale Bestände inmitten regionaler Verschiebungen reduziert
Die bullische Stimmung reichte über die US-Grenzen hinaus, da der WASDE-Bericht auch eine Reduzierung der globalen Maisbestände anzeigte. Die weltweiten Maisbestände wurden um 5,96 Millionen Tonnen (MMT) gekürzt, wodurch die Gesamtprognose auf 275,26 MMT sank. Diese globale Anpassung wurde hauptsächlich durch die bereits erwähnte US-Bestandsreduzierung sowie einen Rückgang von 1 MMT für China angetrieben, der auf eine geringere alte Ernte in der asiatischen Wirtschaftsmacht zurückzuführen ist.
Auch regionale Produktionsprognosen trugen zur globalen Neuausrichtung bei. Die Produktion in der Europäischen Union (EU) wurde merklich um 3,72 MMT nach unten korrigiert und wird nun auf 53,78 MMT geschätzt. Diese Zahl wurde durch unabhängige Bewertungen bestätigt, wobei Coceral ihre kombinierte Maisproduktion für die EU und das Vereinigte Königreich um weitere 4,5 MMT auf 52,7 MMT kürzte. Umgekehrt wurde Argentiniens Produktion für 2025/26 nach oben korrigiert und stieg um 2 MMT auf prognostizierte 63 MMT, was einen teilweisen Ausgleich für Reduzierungen an anderer Stelle darstellt.
Futures-Markt reagiert mit breiten Gewinnen
Die unmittelbare Marktreaktion auf die USDA-Daten zeigte sich in verschiedenen Mais-Futures-Kontrakten. Am Freitag, dem 11. Juli 2026, notierte der Juli-26-Mais-Kontrakt bei 4,34 1/2 US-Dollar, ein Plus von 6 3/4 Cent. Der Nearby Cash-Preis verzeichnete einen Anstieg von 6 Cent und erreichte 4,07 3/4 US-Dollar. Die September-26-Mais-Futures stiegen um 6 1/4 Cent auf 4,37 3/4 US-Dollar, während der Dezember-26-Mais-Kontrakt den größten Gewinn verzeichnete und um 7 1/2 Cent auf 4,59 1/2 US-Dollar stieg. Die New Crop Cash-Preise stiegen ebenfalls um 6 1/2 Cent auf 4,10 1/2 US-Dollar.
Diese weit verbreiteten Gewinne im gesamten Maiskomplex unterstreichen die positive Interpretation der neuesten Angebots- und Nachfragezahlen des USDA durch den Markt. Die Revisionen, insbesondere die engeren US-amerikanischen und globalen Bestandsschätzungen, haben ein klares bullisches Signal gegeben und die Händler dazu veranlasst, die Preise in Erwartung eines stärker eingeschränkten Angebotsumfelds in die Höhe zu treiben. Der von Austin Schroeder für Barchart verfasste Bericht hebt den erheblichen Einfluss staatlicher Agrarbewertungen auf die Bewertung von Rohstoffmärkten hervor.


