NEW YORK – Robotti & Company Advisors, LLC, ein bedeutender Aktionär von McDermott International, Ltd., hat die Struktur und Preisgestaltung der anstehenden Refinanzierung und Bezugsrechtsemission von McDermott öffentlich kritisiert. In einem Brief, der ursprünglich am 7. Juli 2026 an den Verwaltungsrat von McDermott geschickt und am 9. Juli 2026 öffentlich gemacht wurde, behauptete Robotti & Company, dass das Angebot das Offshore-Energie- und Schiffbaugeschäft massiv unterbewerte und darauf abziele, eine ausgewählte Gruppe von Insidern unverhältnismäßig zu begünstigen.
Kritik an Angebotsstruktur und Bewertung
Robotti & Company, das rund 1,2 Milliarden US-Dollar verwaltet und etwa 2 % der Class A Ordinary Shares von McDermott besitzt, äußerte ernste Bedenken hinsichtlich des Preises von 1,50 US-Dollar pro Aktie für die Bezugsrechtsemission. Die Firma argumentiert, dass diese Bewertung durch die jüngste Performance von McDermott nicht gestützt werde und einen „enormen Abschlag auf den fundamentalen Wert des Unternehmens“ darstelle.
Der Kern von Robottis Kritik konzentriert sich auf die Struktur des Angebots, die nach Ansicht des Unternehmens „McDermott-Aktionäre strukturell zum Vorteil einer kleinen Gruppe privilegierter Insider benachteiligt, die als Backstop-Parteien fungieren.“ Laut Robotti haben zwei dieser vier Backstop-Investoren Vertreter im Verwaltungsrat von McDermott, was zu einer Transaktion führe, die „bestehende Eigenkapitalwerte unverhältnismäßig an eine kleine Gruppe von Aktionären umverteilen würde, die wir als Kontrollgruppe verstehen.“ Diese Anordnung, so Robotti, konzentriere das Eigentum bei diesen privilegierten Insidern, während andere Aktionäre verwässert würden.
Forderung nach gleicher Aktionärsbeteiligung
Um die als ungerecht empfundene Struktur zu korrigieren, hat Robotti & Company den Verwaltungsrat von McDermott aufgefordert, die Bedingungen der Bezugsrechtsemission zu ändern. Die vorgeschlagene Lösung ist die Einführung eines „Oversubscription Privilege“ (Überzeichnungsrechts) für alle teilnehmenden Aktionäre. Dieser Mechanismus, so Robotti, würde eine „faire und gleiche Beteiligung am anhaltenden Erfolg des Unternehmens“ ermöglichen und allen Teilnehmern erlauben, „gleichberechtigt am Wert der Bezugsrechtsemission teilzuhaben und die Zukunft des Unternehmens zu unterstützen.“
Robotti betonte seine Rolle als „langfristiger und engagierter Aktionär, nicht als passiver oder opportunistischer Halter“, und erklärte seine Überzeugung, eine aktive Rolle zu übernehmen, wenn Aktionäre „ernsthafter Verwässerung und finanziellem Schaden“ ausgesetzt sind.
Unterbewertung der Geschäftserholung von McDermott
Robottis Überzeugung hinsichtlich der Unterbewertung von McDermott basiert auf der eigenen gemeldeten Finanzleistung des Unternehmens, die Robotti als „deutlichen und anhaltenden Aufschwung“ hervorhebt. Der Investor zitierte mehrere Schlüsselkennzahlen aus McDermotts geprüften Finanzberichten und Refinanzierungsunterlagen:
- Umsatz: Rund 10 Milliarden US-Dollar für die zwölf Monate bis zum 31. März 2026, ein Anstieg von 8,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.
- EBITDA: Etwa 489 Millionen US-Dollar für denselben Zeitraum.
- Bilanz: Eine Netto-Cash-Position, die Barmittel über den ausstehenden Schulden anzeigt.
- Auftragsbestand: Eine verbleibende Leistungsverpflichtung von rund 17,6 Milliarden US-Dollar zum 31. März 2026, die McDermott selbst als sowohl substanziell als auch margenstark beschrieben hat.
- Marktbedingungen: Ein konsolidierteres und rationaleres Wettbewerbsumfeld, gepaart mit einer sich verstärkenden Aussicht auf Wiederaufbau und Bau im Nahen Osten, wo McDermott als einer von wenigen dominanten Akteuren im Onshore- und Offshore-Bereich positioniert ist.
Basierend auf diesen Zahlen äußerte Robotti & Company die Ansicht, dass McDermotts Geschäft „eine Wende genommen“ habe und ein „erholtes und wachsendes Geschäft“ sei, das erfolgreich sein kann und wird. Die Firma argumentiert, dass alle an der Bezugsrechtsemission teilnehmenden Aktionäre einen proportionalen Anteil an nicht ausgeübten Bezugsrechten erwerben können sollten, anstatt diesen Wert bei einer privilegierten Minderheit zu konzentrieren.
Während McDermott seine Refinanzierungsbemühungen vorantreibt, führt Robotti & Company’s öffentliche Stellungnahme einen bedeutenden Streitpunkt bezüglich der Aktionärsgleichheit und Unternehmensführung ein. Die Forderung nach einem Überzeichnungsrecht zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Vorteile der nachgewiesenen Erholung des Unternehmens allen Investoren zugänglich sind, nicht nur einer ausgewählten Gruppe.


