Die Catastrophe and Risk Solutions Gruppe von Verisk, ein führender Anbieter von strategischen Datenanalysen und Technologien für die globale Versicherungsbranche, hat die versicherten Sachschäden des jüngsten Kumamoto-Erdbebens der Stärke 6,8 in Japan auf JPY 220 Milliarden (ca. 1,4 Milliarden USD) bis JPY 340 Milliarden (ca. 2,1 Milliarden USD) geschätzt. Das Erdbeben, das am 28. Juli 2026 in der Nähe von Kumamoto City auf Japans Insel Kyushu stattfand, hat in der globalen Versicherungsbranche erhebliche Besorgnis ausgelöst. Diese Schätzungen umfassen Schäden durch Bodenerschütterungen und Verflüssigung, bevor mögliche Rückforderungen im Rahmen des japanischen Erdbebenversicherungsprogramms berücksichtigt werden.
Details des Erdbebens und unmittelbare Folgen
Nach Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) ereignete sich das Erdbeben der Stärke 6,8 südlich von Kumamoto in einer geringen Tiefe von etwa 10 Kilometern. Das Ereignis resultierte aus einer flachen Blattverschiebung innerhalb der Eurasischen Platte und betraf eine Region, die bereits in der Vergangenheit erhebliche seismische Aktivitäten erlebt hat. Insbesondere wurde dasselbe Gebiet 2016 von einer verheerenden Erdbebenserie heimgesucht, die einen Hauptstoß der Stärke 7,0 umfasste und weitreichende Sachschäden sowie einen erheblichen Verlust an Menschenleben verursachte, was die inhärenten geologischen Risiken der Region unterstreicht.
Das Erdbeben vom 28. Juli verursachte weitreichende Schäden in der Präfektur Kumamoto, wobei die stärksten Erschütterungen in Uki City und Hikawa Town registriert wurden. Die Behörden meldeten Hunderte von beschädigten Wohnhäusern und Geschäftsgebäuden sowie Beeinträchtigungen von Kulturdenkmälern und kritischer öffentlicher Infrastruktur. Erste Bewertungen der strukturellen Integrität sind in der gesamten betroffenen Region noch im Gange, was auf einen langwierigen und komplexen Wiederaufbauprozess hindeutet.
Die Verkehrsnetze waren unmittelbar nach dem Ereignis erheblich gestört. Autobahnen, Brücken und Schieneninfrastruktur wurden beschädigt, was den Verkehr und die logistischen Abläufe in der Präfektur stark behinderte. Darüber hinaus waren etwa 48.000 Haushalte in den betroffenen Gebieten von Stromausfällen betroffen, was die weitreichenden und unmittelbaren Auswirkungen auf das tägliche Leben und die wesentlichen Dienstleistungen für einen großen Teil der Bevölkerung verdeutlicht.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf ein wichtiges Fertigungszentrum
Über die direkten Sachschäden hinaus erstrecken sich die Auswirkungen des Erdbebens erheblich auf Japans vitalen Fertigungssektor. Die Präfektur Kumamoto gilt als eines der wichtigsten Fertigungszentren des Landes und beherbergt zahlreiche Einrichtungen, die für globale Lieferketten, insbesondere in Hightech-Industrien, von entscheidender Bedeutung sind. Nach dem seismischen Ereignis stellten mehrere Halbleiter-, Elektronik- und Automobilwerke in der Region ihren Betrieb vorübergehend ein. Diese Aussetzungen wurden eingeleitet, um gründliche Inspektionen und Schadensbewertungen zu ermöglichen, was sofortige und erhebliche Bedenken hinsichtlich potenzieller Störungen der internationalen Lieferketten für diese kritischen Komponenten und Produkte aufkommen ließ, die weitreichende Auswirkungen auf verschiedene globale Industrien haben könnten.
Verisks Methodik zur Schadensschätzung
Verisk (Nasdaq: VRSK), ein führender Anbieter von strategischen Datenanalysen und Technologien für die globale Versicherungsbranche, entwickelte diese Schadensschätzungen über seine Catastrophe and Risk Solutions Gruppe. Die hochentwickelte Modellierung des Unternehmens zeigt, dass Schäden durch Bodenerschütterungen den dominierenden Faktor bei den geschätzten versicherten Verlusten darstellen, wobei andere modellierte Erdbebengefahren, wie die Verflüssigung, einen vergleichsweise geringeren Anteil ausmachen.
Die angegebene Verlustspanne von JPY 220 Milliarden bis JPY 340 Milliarden spiegelt die inhärenten Unsicherheiten in der Katastrophenmodellierung wider. Diese Unsicherheiten beziehen sich hauptsächlich auf mehrere Schlüsselvariablen, die die endgültige Schadensbewertung beeinflussen:
- Verteilung des Bruchschlupfes: Die präzise Bewegung und Ausdehnung des Bruchspalts unter der Erdoberfläche.
- Intensität der Bodenbewegung: Die Schwere der Erschütterungen in verschiedenen geografischen Gebieten, die selbst innerhalb eines kleinen Radius erheblich variieren kann.
- Schadensschätzung: Die Genauigkeit bei der Bewertung des Ausmaßes physischer Schäden an verschiedenen Strukturen, die detaillierte Vor-Ort-Untersuchungen erfordert.
- Erdbebenversicherungsquoten: Der Anteil der Immobilien in Japan, die Erdbebenversicherungen abgeschlossen haben, ein entscheidender Faktor bei der Bestimmung von versicherten gegenüber gesamten wirtschaftlichen Verlusten.
Verisks Schätzungen umfassen spezifisch versicherte physische Schäden an einem breiten Spektrum von Sachrisiken, einschließlich Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Gemeinschaftseigentum. Dies beinhaltet sowohl die strukturelle Integrität von Gebäuden als auch deren Inhalt. Es ist jedoch entscheidend zu beachten, dass die Schätzungen bewusst mehrere Kategorien potenzieller Verluste ausschließen, um eine fokussierte Sicht für den Versicherungsmarkt zu bieten:
- Unversicherte Immobilien: Schäden an Strukturen, die nicht durch bestehende Versicherungspolicen abgedeckt sind.
- Infrastruktur: Verluste an öffentlicher Infrastruktur wie Straßen, Versorgungsleitungen und Kommunikationsnetzen, die in der Regel nicht durch Standard-Sachversicherungen abgedeckt sind.
- Automobile: Schäden an Fahrzeugen.
- Betriebsunterbrechung: Finanzielle Verluste, die Unternehmen aufgrund von Betriebsstillständen, Lieferkettenunterbrechungen oder Zugangsbeschränkungen entstehen.
- Arbeitnehmerentschädigung: Ansprüche im Zusammenhang mit Verletzungen, die Arbeitnehmer während oder nach dem Ereignis erlitten haben.
- See- und Luftfahrt-Risiken: Verluste im Zusammenhang mit Vermögenswerten oder Operationen im Schiffs- und Luftverkehr.
- Schadensregulierungskosten: Administrative und operative Kosten, die mit der Bearbeitung von Versicherungsansprüchen verbunden sind.
- Nachfrageschub: Die erhöhten Kosten für Materialien und Arbeitskräfte, die häufig nach einer weit verbreiteten Katastrophe aufgrund erhöhter Nachfrage auftreten.
- Nicht modellierte Gefahren: Verluste, die aus sekundären Gefahren wie Erdrutschen und Bränden nach dem Erdbeben entstehen, die den ursprünglichen Schaden verschlimmern können.
Durch die ausschließliche Konzentration auf versicherte physische Sachschäden durch Bodenerschütterungen und Verflüssigung liefert Verisk einen präzisen, wenn auch spezifischen, finanziellen Ausblick für den Versicherungssektor. Das Unternehmen erklärte, dass es die Auswirkungen dieses Ereignisses weiterhin überwacht und möglicherweise zusätzliche Informationen bereitstellen wird, sobald weitere Daten verfügbar sind, was die dynamische Natur von Bewertungen nach Katastrophen widerspiegelt.
Das Kumamoto-Erdbeben dient als deutliche Erinnerung an Japans inhärente Anfälligkeit für seismische Aktivitäten und die entscheidende Rolle hochentwickelter Risikoanalysen bei der Quantifizierung potenzieller finanzieller Risiken für den globalen Versicherungsmarkt. Während die Wiederaufbaubemühungen beginnen und detaillierte Schadensbewertungen voranschreiten, bieten die ersten Schätzungen von Verisk ein grundlegendes Verständnis der erheblichen finanziellen Belastung, der Versicherer im Zuge dieser Naturkatastrophe gegenüberstehen, und unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der genauen Modellierung und Minderung von Katastrophenrisiken.


