Wirtschaft

Würfel nicht inbegriffen: Die Kosten von ‘Made in USA’ Monopoly

Würfel nicht inbegriffen: Die Kosten von ‘Made in USA’ Monopoly

Jonathan Silva, CEO der WS Game Company, sah sich mit einer siebenstelligen Zollrechnung für seine importierten Brettspiele konfrontiert, was ihn zu einem ehrgeizigen Versuch veranlasste, eine Sonderedition des Monopoly-Spiels im Inland zu produzieren. Was er jedoch entdeckte, war eine deutliche Lektion in den tief verwurzelten Komplexitäten globaler Lieferketten und den gewaltigen Herausforderungen der Rückverlagerung der Produktion von Konsumgütern in die Vereinigten Staaten.

Der Zollkatalysator und die heimische Ambition

Silvas Entscheidung, die US-Produktion zu erkunden, war eine direkte Reaktion auf die Zölle von Präsident Trump. Sein Unternehmen, das, wie ‘fast jeder andere Spielzeughersteller’, die meisten seiner hochwertigen Brettspiele in China produziert, wollte eine maßgeschneiderte Version von Monopoly zum 250. Geburtstag des Landes schaffen. Diese Initiative sollte die erhebliche finanzielle Belastung durch Zölle umgehen, die sich für die WS Game Company im letzten Jahr auf eine ‘siebenstellige Zollrechnung’ beliefen.

Die schwer fassbaren Komponenten und Lieferkettenhürden

Der Weg zum ‘Made in the U.S.A.’ stieß schnell auf ein Hindernis. Ein primäres Problem war die Unfähigkeit, eine entscheidende Komponente zu beschaffen: Würfel. ‘Wir haben jeden Stein umgedreht, um jemanden zu finden, der uns 10.000 Würfel in den USA herstellen würde’, berichtete Silva und betonte, dass dies ‘spezielle Maschinen erfordert. Es erfordert Investitionen. Und so etwas kann nicht an einem zufälligen Dienstag passieren und in ein paar Monaten fertig sein.’ Letztendlich musste Silva die Würfel importieren.

Während andere Komponenten schließlich im Inland gefunden wurden, war der Prozess mühsam. Das Monopoly-Spielbrett selbst wurde in einer ehemaligen Hasbro-Fabrik in Massachusetts gedruckt. Pioneer Packaging wurde beauftragt, das Fach für das Spielgeld herzustellen. Kundenspezifische Metallspielsteine, die ‘ganz amerikanische Formen wie einen Cowboyhut, einen Planwagen und einen Apfelkuchen’ zeigten, wurden von Stateline Industries in Liberty, Indiana, gefertigt.

Zeit, Kosten und der Vorteil Chinas

Der Aufbau dieses heterogenen Netzwerks von heimischen Zulieferern erwies sich als erhebliches Unterfangen und nahm ‘mehr als ein Jahr’ in Anspruch. Dieser langwierige Zeitplan führte dazu, dass Silva ‘die erste Hälfte der Verkaufssaison zum 250. Geburtstag verpasste’. Über den Zeitaufwand hinaus waren die finanziellen Auswirkungen beträchtlich. Die Herstellungskosten dieser in den USA gefertigten Spiele, die für 80 Dollar im Einzelhandel verkauft werden, waren ‘mindestens doppelt so hoch wie in China’.

Silva verdeutlichte die Effizienzlücke: ‘Wenn ich eine Bestellung in China aufgebe, haben sie all diese Fähigkeiten unter einem Dach.’ Er fügte hinzu: ‘Für einen Artikel hat es viel zu viele unserer Ressourcen und Zeit in Anspruch genommen, ihn auf den Markt zu bringen.’ Diese Effizienz ist ein Hauptgrund, warum ‘fast 80 % aller in den USA verkauften Spielzeuge und Spiele in China hergestellt werden’. China hat über Jahrzehnte ein umfassendes ‘Fabrikökosystem’ aufgebaut, das nicht nur fertige Produkte, sondern auch die spezialisierten Teile für deren Montage liefert.

Branchenperspektive und Zukunftsaussichten

Greg Ahearn, Präsident und CEO der The Toy Association, unterstrich die Schwierigkeit der Rückverlagerung. Er bemerkte, dass die Rückverlagerung der Produktion in die USA ‘nicht so einfach ist, wie es klingt’. Ahearn schlug vor, dass die Herstellung ‘strategisch wichtiger Produkte’ in den USA zwar sinnvoll sei, aber für die meisten Spielzeuge und Spiele aufgrund ihrer ‘niedrigen Preise und geringen Gewinnmargen’ weniger praktikabel sei. Er hinterfragte die wirtschaftliche Logik und fragte: ‘Selbst wenn man könnte, wer würde bei klarem Verstand sein Kapital investieren, um eine Spielzeugfabrik zu gründen? Von all den Dingen, die man auswählen könnte, wären wir wahrscheinlich ziemlich weit unten auf dieser Liste.’

Die Spielzeugindustrie setzt sich aktiv für eine ‘Ausnahmeregelung von zukünftigen Zöllen’ ein und konkurriert mit Sektoren wie Schuhen und Bekleidung um einen Anteil von bis zu ’30 Milliarden Dollar chinesischer Produkte, die zollfrei in die USA eingeführt werden dürfen’, was vom neuen U.S.—China Board of Trade in Betracht gezogen wird.

Trotz der Herausforderungen vermarktet Silva derzeit sein in den USA hergestelltes Monopoly-Spiel. Die breiteren wirtschaftlichen Realitäten bedeuten jedoch, dass der Großteil der Brettspiele seines Unternehmens weiterhin in China produziert wird. Silva räumte offen ein: ‘Wir sind wirklich gut in vielen großartigen Dingen hier in Amerika. Aber wir sind nicht wirklich gut darin, bestimmte Konsumgüter herzustellen. Und das ist in Ordnung.’ Während er auf eine ‘Lieferung aus China im Wert von etwa 6 Millionen Dollar an Spielen für die kommende Ferienzeit’ wartet, schwebt die Ungewissheit der nächsten Zollrechnung über ihm, so dass er, wie er es ausdrückte, bereit ist, ‘die Würfel zu rollen’.

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Tags: board games Lieferkette made in usa manufacturing Zölle

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