Die Attraktivität von Anleihen hat seit den Leitzinserhöhungen der Notenbanken im Jahr 2022 wieder zugenommen. Doch selbst bei scheinbar verlockenden Kupons älterer Emissionen ist für Neuanleger der tatsächliche Ertrag oft identisch mit dem neuerer, niedriger verzinster Bonds. Dies verdeutlicht eine aktuelle Analyse am Beispiel von Telekom-Anleihen.
Die Zinslandschaft im Wandel
Seit 2022 haben die Zentralbanken die Leitzinsen massiv angehoben, was Anleihen wieder zu einer attraktiven Anlageklasse macht. Obwohl die Leitzinsen ihre Höchststände von 2023 bereits wieder unterschritten haben, müssen Staaten und Unternehmen aufgrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich Inflation und Geldpolitik weiterhin ordentliche Zinskupons bieten.
Telekom-Anleihen als Fallbeispiel
Ein prägnantes Beispiel liefert die Deutsche Telekom. Eine kürzlich begebene Anleihe mit Fälligkeit 2033 bietet einen jährlichen Zinskupon von 3,375 Prozent. Im Vergleich dazu existiert eine ältere Telekom-Anleihe aus dem Jahr 2003, die ebenfalls 2033 fällig wird, jedoch mit einem deutlich höheren Kupon von 7,5 Prozent lockt.
Die Realität für Neuanleger
Trotz des scheinbar großen Unterschieds in den Kupons ist es für Anleger, die heute in diese Bonds investieren, im Prinzip unerheblich, welche der beiden Anleihen sie wählen. Der Marktpreis passt sich so an, dass die Rendite bis zur Fälligkeit (Yield to Maturity) für beide Anleihen vergleichbar ist. Eine Anleihe mit hohem Kupon, aber niedrigerem Kurs, bietet dieselbe effektive Verzinsung wie eine Anleihe mit niedrigerem Kupon, die näher am Nennwert gehandelt wird.
Diese Marktdynamik zeigt, dass ein hoher Nominalzins allein kein Indikator für eine überdurchschnittliche Rendite bei Anleihen ist. Vielmehr ist die aktuelle Marktbewertung entscheidend, die die zukünftigen Zinszahlungen und die Rückzahlung zum Nennwert in Relation zum Kaufpreis setzt und somit für eine Effizienz im Anleihenmarkt sorgt.


