Frankfurt. Die Stimmung internationaler Investoren hat sich trotz des anhaltenden Nahostkonflikts zuletzt spürbar erholt. Fondsmanager weltweit haben im vergangenen Monat in Rekordtempo in Aktien umgeschichtet, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Bank of America (BofA) zeigt. Dieser Trend ist bemerkenswert, da wichtige Transportrouten wie die Straße von Hormus weiterhin von Unsicherheiten geprägt sind.
Aktienoptimismus erreicht Höchststand
Der Anteil der von der BofA befragten Investoren, die Aktien in ihren Portfolios übergewichten, stieg im Mai so deutlich wie seit Beginn der Erhebung Anfang der 2000er-Jahre nicht mehr. Insgesamt erreichte der Anteil der Aktienoptimisten mit netto 50 Prozent den höchsten Stand seit Anfang 2022. Die Kennzahl „netto“ beschreibt die Differenz zwischen dem Anteil der Investoren, die ihre Aktienpositionen aufstocken, und jenen, die sie reduzieren.
Vorsicht weicht Risikobereitschaft
Die monatliche Umfrage der Bank of America richtet sich an Portfoliomanager von Fondshäusern, Vermögensverwaltern, Versicherern, Banken, Pensionskassen, Unternehmen und Hedgefonds. Zu Beginn des Nahostkonflikts war die Stimmung unter diesen institutionellen Investoren noch deutlich gedämpft. Nach einer Erhöhung der Barmittelquoten im März zeigten sich die Fondsmanager Anfang April so pessimistisch wie seit Monaten nicht mehr und hielten sich mit neuen Investitionen zurück.
Anleihen und europäische Aktien bleiben auf der Strecke
Während der generelle Trend klar in Richtung Aktien geht, profitieren nicht alle Anlageklassen gleichermaßen. Sowohl Anleihen als auch europäische Aktien scheinen von der jüngsten Erholung der Anlegerstimmung bislang nicht zu profitieren. Dies deutet auf eine selektive Risikobereitschaft der Investoren hin, die sich primär auf bestimmte Märkte und Anlageklassen konzentriert.


