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EZB-Glaubwürdigkeit hängt von Zinserhöhung im Juni ab, warnt Stournaras

EZB-Glaubwürdigkeit hängt von Zinserhöhung im Juni ab, warnt Stournaras

Die Wahrung der Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich laut EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras als starkes Argument für eine Zinserhöhung im nächsten Monat herauskristallisiert. Stournaras betonte in Nikosia, Zypern, wo er an einem Treffen europäischer Finanzminister teilnimmt, den kritischen Zeitpunkt, an dem sich die Zentralbank angesichts sich verschlechternder Inflationsaussichten befindet.

Stournaras, der auch die griechische Zentralbank leitet, stellte die Politik vor eine klare Wahl. Er warnte, dass ohne ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die Inflationsaussichten sich verschlechtern würden und die Verbraucher im Euroraum unweigerlich beginnen würden, die Entschlossenheit der EZB in Frage zu stellen. „Eine Zinserhöhung hat ihren Preis – für die Menschen, für die Beschäftigung – und deshalb wünschte ich, wir müssten es nicht tun“, sagte Stournaras. „Aber wenn die Situation anhält und wir es nicht tun, wird es problematisch. Für die Glaubwürdigkeit der EZB und unsere Reaktionsfunktion werden wir die Zinsen wahrscheinlich im Juni anheben müssen.“

Inflationsdruck und geopolitische Risiken

Die Dringlichkeit einer Zinserhöhung ist untrennbar mit dem anhaltenden Inflationsdruck verbunden, der durch geopolitische Spannungen verschärft wird. Stournaras verwies ausdrücklich auf das Fehlen eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran als einen Schlüsselfaktor, der zu sich verschlechternden Inflationsaussichten beiträgt. Dieser geopolitische Hintergrund hat die Ölpreise hoch gehalten, mit dem Potenzial einer weiteren Eskalation, sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben.

Die Entscheidungsträger hatten bereits bei ihrem letzten Treffen über eine Anhebung der Kreditkosten diskutiert. Stournaras deutete an, dass eine Zinserhöhung unvermeidlich würde, wenn die aktuellen Bedingungen anhalten, insbesondere wenn die Ölpreise hoch bleiben und die Preisstabilität im 21-Nationen-Euroraum weiterhin bedroht ist. Er bot eine bedingte Entlastung an und bemerkte: „Wenn es eine Einigung gibt, könnten die Energiepreise sehr, sehr schnell fallen, und dann könnten die Zinsen dort bleiben, wo sie sind. Aber ohne eine Einigung könnten sie auf ein anderes Niveau steigen und die Inflation würde steiler werden.“

Wirtschaftsindikatoren deuten auf hartnäckige Inflation bei schwachem Wachstum hin

Die eigenen Prognosen der EZB für die Verbraucherpreise werden überprüft. Im März hatte die Zentralbank eine durchschnittliche Inflation von 2,6 % für das laufende Jahr prognostiziert. Diese Projektion wird jedoch voraussichtlich im Juni nach oben korrigiert. EZB-Ratsmitglied Alexander Demarco bestätigte in einem separaten Interview diese Ansicht und wies auch auf Anzeichen einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik im gesamten Euroraum hin.

Jüngste Wirtschaftsdaten zeichnen ein gemischtes Bild, was die politischen Entscheidungen der EZB erschwert. Die Wirtschaftsleistung stieg im ersten Quartal um lediglich 0,1 %, während eine Umfrage unter Einkaufsmanagern kürzlich eine schrumpfende Aktivität signalisierte. Stournaras äußerte erhebliche Besorgnis über diese Entwicklungen. „Ich habe das Gefühl, dass die Inflation hartnäckig ist“, bemerkte er und äußerte die Befürchtung, dass die Inflationserwartungen sich lösen könnten. Er fügte hinzu: „Die Tatsache, dass der PMI so schwach ist, wird uns nicht viel helfen. Es gibt so viele Starrheiten in der Wirtschaft.“ Diese Starrheiten, kombiniert mit den schwachen Wachstumszahlen, deuten auf ein herausforderndes Umfeld für die Geldpolitik hin.

Das Gebot einer ‚Reaktionsfunktion‘

Stournaras betonte, dass die Erinnerung an frühere Inflationsschocks die Entscheidungsfindung der EZB stark beeinflusst und die Zentralbank möglicherweise zu entschlossenem Handeln zwingt. Das Risiko, so argumentierte er, betreffe nicht nur die aktuelle Preisstabilität, sondern auch die langfristige Wahrnehmung des Engagements der EZB für ihr Mandat.

„Jeder wird sich fragen, ob wir eine tatsächliche Reaktionsfunktion haben oder ob es nur eine Theorie ist, die niemals angewendet wird“, warnte Stournaras. Diese Aussage unterstreicht die entscheidende Bedeutung, die Bereitschaft der EZB zur Inflationsbekämpfung zu demonstrieren, auch wenn dies wirtschaftliche Kosten mit sich bringt. Die kommenden Wochen sind daher von entscheidender Bedeutung. Stournaras schloss mit den Worten, dass „die nächsten drei Wochen sehr entscheidend sein werden, um die Zweitrundeneffekte zu beobachten“, was auf eine Phase intensiver Prüfung von Wirtschaftsdaten und Marktreaktionen hindeutet, während sich die EZB ihrem nächsten Politiktreffen nähert.

Dieser Artikel wurde mithilfe von KI auf Basis öffentlich zugänglicher Finanzdaten erstellt. Die Informationen können Ungenauigkeiten enthalten. Dies ist keine Finanzberatung. Konsultieren Sie vor Anlageentscheidungen stets einen qualifizierten Finanzberater.
Schlagworte: ecb euro zone Geldpolitik Inflation Zinssätze

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