WASHINGTON – Der Oberste Gerichtshof hat einstimmig eine weitreichende Auslegung der Befugnisse der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) bestätigt, unrechtmäßig erlangte Gewinne von Personen zurückzufordern, die an Wertpapierbetrug beteiligt sind. Das am Donnerstag verkündete Urteil stärkt die Durchsetzungsfähigkeiten der SEC, insbesondere in Fällen, in denen der Nachweis eines direkten Anlegerverlusts umstritten war.
Die Entscheidung erging in einem Fall gegen Ongkaruck Sripetch, einen Einwohner von Los Angeles, der eine gerichtliche Anordnung zur Rückzahlung von mehr als 3 Millionen US-Dollar, einschließlich Zinsen, angefochten hatte. Sripetch war zuvor zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden, nachdem er sich des Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere im Rahmen eines Schemas mit hochriskanten Penny Stocks schuldig bekannt hatte.
Entscheidende Rechtsfrage behandelt
Im Mittelpunkt von Sripetchs Berufung stand die Argumentation bezüglich der Beweislast für die SEC. Die spezifische Frage vor dem Obersten Gerichtshof war, ob die Kommission nachweisen musste, dass einzelne Anleger infolge des Kaufs der betrügerischen Aktien finanzielle Verluste erlitten hatten. Das Gericht entschied unmissverständlich, dass ein solcher Nachweis nicht erforderlich sei.
Richter Neil Gorsuch, der das einstimmige Urteil des Gerichts verfasste, präzisierte den Standard und erklärte, es sei ausreichend, wenn die SEC nachweise, dass Sripetch aus illegalen Transaktionen Profit geschlagen habe. Gorsuch bemerkte ferner, dass „ein Anleger als Opfer eines Fehlverhaltens eines Täters, das Anspruch auf Entschädigung hat, qualifiziert werden kann“, was die Konzentration auf die unrechtmäßigen Gewinne des Täters und nicht auf die detaillierten Verluste jedes Opfers unterstreicht.
Details des Betrugsschemas
Gerichtsakten, die von Richter Gorsuch zitiert wurden, zeigten, dass Sripetch in betrügerische Machenschaften verwickelt war, die mindestens 20 Penny-Stock-Unternehmen betrafen. Diese Operationen umfassten häufig „Pump-and-Dump“-Taktiken, bei denen Sripetch und seine Komplizen Aktien erwarben, deren Preis durch Promotion künstlich in die Höhe trieben und sie dann umgehend verkauften, um von dem manipulierten Markt zu profitieren.
Nach geltendem Bundesrecht und früheren Präzedenzfällen des Obersten Gerichtshofs ist die SEC befugt, die Rückzahlung von Gewinnen anzuordnen. Dieses Rechtsmittel ist typischerweise auf den genauen Betrag der unrechtmäßig erlangten Gewinne in Betrugsfällen beschränkt. Entscheidend ist, dass die durch die Rückzahlung wiedergewonnenen Gelder in der Regel den betroffenen Anlegern zurückerstattet werden, sofern dies machbar ist.
Dieses Urteil festigt die robuste Fähigkeit der SEC, unrechtmäßig erlangte Gewinne aus Wertpapierbetrug zu verfolgen und zurückzufordern. Indem klargestellt wird, dass der Fokus auf den unrechtmäßigen Gewinnen des Täters liegt und nicht auf dem Nachweis individueller Anlegerverluste, hat das Gericht den Durchsetzungsprozess optimiert. Dies stellt sicher, dass Täter wie Sripetch der finanziellen Rechenschaftspflicht nicht entgehen können, indem sie den Rechtsprozess mit Forderungen nach detaillierter Quantifizierung individueller Anlegerverluste verkomplizieren, wodurch der Anlegerschutz und die Marktintegrität in den Finanzmärkten verbessert werden.


