Die Konsolidierungswelle in der Branche der unabhängigen Vermögensverwalter setzt sich fort: Der Frankfurter Vermögensverwalter HRK Lunis hat die Mehrheit am Münchener Konkurrenten Eyb & Wallwitz übernommen. Dies gaben beide Unternehmen am Dienstag bekannt und schaffen damit eine neue Gruppe, die künftig ein Vermögen von rund elf Milliarden Euro verwalten wird.
Im Zuge der Transaktion erwirbt die HRKL-Gruppe als Holdinggesellschaft die Mehrheit an Eyb & Wallwitz. Die bisherigen Gesellschafter von Eyb & Wallwitz, Georg von Wallwitz und Olivier Kuetgens, sollen im Gegenzug an der Holding beteiligt werden. Die Vereinigung zielt darauf ab, „komplementäre Stärken in der Betreuung privater und institutioneller Kunden sowie in der Vermögensverwaltung und im Asset-Management“ zu bündeln, wie die beiden Vermögensverwalter mitteilten. Finanzielle Details des Deals wurden nicht offengelegt. Der Vollzug der Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung.
HRK Lunis verwaltete nach eigenen Angaben bislang ein Vermögen von 8,5 Milliarden Euro. Das Kundenportfolio umfasst vermögende Privatkunden, Unternehmerfamilien sowie institutionelle Investoren wie Stiftungen und Pensionskassen. Die Mehrheit an HRK Lunis hält das Private-Equity-Unternehmen Seven2.
Der Wettbewerb im Bereich der Managementgebühren und der allgemeine Konsolidierungsdruck betreffen auch wesentlich größere europäische Vermögensverwalter. Ein Beispiel hierfür ist die im Februar bekannt gewordene Übernahme des britischen Traditionshauses Schroders durch den amerikanischen Asset-Manager Nuveen für 9,9 Milliarden Pfund. Schroders verwaltete zuletzt mehr als 800 Milliarden Pfund.
Die aktuelle Transaktion zwischen HRK Lunis und Eyb & Wallwitz unterstreicht den anhaltenden Strukturwandel im Sektor der unabhängigen Vermögensverwalter, der durch Effizienzsteigerungen und die Bündelung von Expertisen auf die Herausforderungen des Marktes reagiert.


