Der chinesische Wechselrichterhersteller Sungrow Power Supply Co. erlebte am Mittwoch einen deutlichen Einbruch an der Börse, wobei die Aktien um bis zu 20% fielen. Dieser starke Rückgang folgte einem Reuters-Bericht, der besagt, dass eine US-Regulierungsbehörde ein Importverbot für neue ausländische Modelle in Erwägung zieht und dies mit nationalen Sicherheitsbedenken begründet.
US-Regulierungsbehörde erwägt Importbeschränkungen
Das potenzielle Verbot, das angeblich von der Federal Communications Commission (FCC) ausgearbeitet wird, beruht auf Bedenken, dass chinesisch hergestellte Wechselrichter zur Störung von Stromversorgungen missbraucht werden könnten. Laut anonymen Quellen, die von Reuters zitiert wurden, könnten solche Beschränkungen bereits in diesem Jahr in Kraft treten. Der Intraday-Rückgang der Aktie in Shenzhen war der stärkste seit April des Vorjahres.
Sungrows globale Präsenz und US-Exposition
Sungrow gilt als einer der weltweit führenden Hersteller von Wechselrichtern, wesentlichen Geräten, die Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) umwandeln. Im Jahr 2025 meldete das Unternehmen weltweite Lieferungen von 143 Gigawatt. Neben Wechselrichtern produziert Sungrow auch Energiespeichersysteme. Die Abhängigkeit des Unternehmens von internationalen Märkten ist beträchtlich, da 60% seines Umsatzes im vergangenen Jahr außerhalb Chinas erwirtschaftet wurden.
Die Vereinigten Staaten stellen einen kritischen Markt für Sungrows Wechselrichterverkäufe dar. Citigroup Inc. schätzt, dass etwa 30%-40% des Bruttogewinns des Unternehmens aus dem Wechselrichterverkauf im Jahr 2025 aus den USA stammten.
Unternehmensreaktion und Marktimplikationen
In einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage nach einem Kommentar erklärte Sungrow, dass das Unternehmen sich weiterhin auf die laufenden Entwicklungen konzentriere und derzeit keine weiteren Kommentare abgeben könne.
Analysten von Citigroup deuteten jedoch an, dass Sungrow dem vorgeschlagenen Verbot möglicherweise nicht übermäßig besorgt gegenüberstehe. Sie wiesen darauf hin, dass die von Sungrow in die USA exportierten Wechselrichter Berichten zufolge keine Fernkommunikationsfähigkeiten besitzen und nur die Wechselrichterfunktion ausführen, eine Konfiguration, die zuvor vom US-Energieministerium verifiziert worden sei.
Das potenzielle Verbot könnte erhebliche Auswirkungen auf den US-Energiesektor haben. Die Analyse von Citigroup zeigt, dass 90% der Wechselrichter in groß angelegten Projekten von ausländischen Unternehmen, hauptsächlich chinesischen, bezogen werden. Diese Abhängigkeit wirft Fragen hinsichtlich der Umsetzbarkeit eines schnellen Verbots auf oder deutet darauf hin, dass eine Umsetzung eine lange Übergangsfrist beinhalten könnte.


