Chinas Wertpapieraufsichtsbehörde signalisiert eine Bewegung hin zu einer strengeren Aufsicht über quantitative Handelsfonds und die Anwendung künstlicher Intelligenz an den Finanzmärkten. Dies geht aus einem Bericht der Shanghai Securities News hervor, der sich auf Investoren und Experten beruft, die an einer Reihe jüngster Gesprächsrunden der China Securities Regulatory Commission (CSRC) teilgenommen haben.
Die CSRC führte diese Woche über zwei Tage hinweg eine „ungewöhnlich hohe Anzahl“ von Konsultationen durch, an denen Investoren, börsennotierte Unternehmen und verschiedene Experten beteiligt waren. Diese Treffen unterstrichen die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung von quantitativen Handelsfirmen, wie der am Donnerstag veröffentlichte Bericht der Shanghai Securities News detailliert. Das ursprünglich von der Shanghai Stock Exchange gegründete Medium wird nun von der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua verwaltet.
Marktumfeld und Regulierungsverschiebung
Diese Diskussionen folgen auf einen der größten Rückschläge für chinesische Quant-Fonds Anfang dieses Monats, der zu erheblichen Verlusten führte, die wohlhabende Investoren verunsicherten und Ängste vor möglichen Blasen in der KI-getriebenen Aktienrallye schürten. Die aktuelle Regulierungssprache erscheint gemessener im Vergleich zu den energischen Interventionen während des Quant-Crashs im Jahr 2024, als die Behörden die Konten eines großen Fonds einfroren und Handelsfirmen das Auflösen von gehebelten Positionen untersagten.
Quant-Strategien haben in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen, wobei einige Produkte innerhalb weniger Stunden nach ihrer Einführung Milliarden von Yuan anzogen. Eine bemerkenswerte Verschiebung in der Sprache ergab sich aus den Protokollen der Treffen: Frühe Konsultationen forderten allgemein die Regulierung der „Entwicklung“ des quantitativen Handels und des KI-Einsatzes, während spätere Treffen spezifisch die Regulierung von „Verhaltensweisen“ in den Fokus rückten. Diese Entwicklung in der Terminologie deutet darauf hin, dass konkrete Maßnahmen in Vorbereitung sein könnten, so der Bericht.
Umfassendere Bemühungen zur Marktstabilisierung
Die Konsultationen der CSRC sind Teil einer breiteren, koordinierten Anstrengung des Landes, einen technologiegetriebenen Kursrutsch einzudämmen, der die Märkte im letzten Monat beeinflusst hat. Staatlich unterstützte Investmentfirmen, bekannt als das „National Team“, haben ihre Aktienkäufe verstärkt, während mehrere börsennotierte Unternehmen ihre Aktienrückkäufe erhöhten. Diese Maßnahmen trugen Anfang dieser Woche zu einer Markterholung bei, wobei der CSI 300 Index am Donnerstagmorgen um 0,1 % stieg.
Die Shanghai Securities News betonte, dass der quantitative Handel nicht von Natur aus problematisch sei. Er dürfe jedoch nicht zu einem „Verstärker der Marktvolatilität“ werden. Die Zeitung zitierte anonyme Experten, die die Notwendigkeit klarer Grenzen für die Anwendung dieser Technologie im Finanzsystem betonten.
Anfang der Woche bekräftigte CSRC-Vorsitzender Wu Qing das Engagement der Aufsichtsbehörde, Risiken zu verhindern, die Regulierung zu stärken und eine qualitativ hochwertige Marktentwicklung zu unterstützen. Bei einem Treffen mit John Graham, dem CEO des Canada Pension Plan Investment Board, erklärte Wu, die Kommission werde die stabilen und gesunden Operationen des Kapitalmarktes „entschlossen“ schützen und internationale institutionelle Investoren willkommen heißen.
Die laufenden Diskussionen und die Verschiebung des Regulierungsschwerpunkts deuten darauf hin, dass China sich darauf vorbereitet, spezifischere Regeln für den Hochfrequenz- und KI-gesteuerten Handel einzuführen. Diese Initiative zielt darauf ab, Marktinnovation mit Stabilität in Einklang zu bringen, insbesondere angesichts der jüngsten Volatilität und des schnellen Wachstums dieser hochentwickelten Handelsstrategien.


