Volker Looman, ein erfahrener Finanzanalyst und Kolumnist, der seit Jahrzehnten Privatanleger berät, enthüllt überraschende Einblicke in die Geldanlage der Deutschen. Seine Beobachtungen unter Millionären zeigen, dass die schlimmsten Fehler oft nicht in der Wahl der Anlageprodukte liegen, sondern in der psychologischen Haltung zum Vermögen selbst.
Geld macht nicht glücklich: Eine paradoxe Erkenntnis
Looman, der in den letzten 40 Jahren rund 2000 Menschen beraten hat, stellt klar: Geld allein macht nicht glücklich. Er berichtet, dass in jüngster Zeit fast ausschließlich Millionäre mit Vermögen zwischen einer und 100 Millionen Euro seine Klienten waren. Paradoxerweise stellte er fest, dass die Menschen umso unglücklicher waren, je reicher sie waren. Als prägnantes Beispiel führt er einen älteren Mann mit 20 Millionen Euro auf dem Konto an, der nach einer Krebsdiagnose sein hart erarbeitetes Vermögen infrage stellte. Er sei froh, dass das Geld da sei, aber glücklich mache es ihn nicht, so der Klient.
Die Last des Reichtums: Angst vor dem Verlust
Ein zentraler Fehler, den Looman identifiziert, ist die ständige Angst vor dem Verlust des Erworbenen. Mit steigendem Vermögen wächst auch die Furcht vor Vermögenssteuern, Enteignung oder unvorhergesehenen Markteinbrüchen. Der Finanzexperte beobachtet, dass Anleger bei Kursschwankungen, wie sie etwa während der Corona-Krise oder zu Beginn des Ukraine-Krieges auftraten, nicht das verbleibende Vermögen sehen, sondern sich obsessiv auf die Verluste fixieren. So würden aus acht Millionen Euro, die noch vorhanden sind, schnell zwei Millionen, die ‘weg’ sind und die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diese permanente Alarmbereitschaft führt dazu, dass die Betroffenen ihr Leben kaum genießen können und in einem Zustand ständiger Sorge verharren.
Loomans langjährige Erfahrung zeigt, dass die größten Herausforderungen und damit die ‘schlimmsten Fehler’ in der Geldanlage oft nicht auf mangelndes Finanzwissen, sondern auf eine tief verwurzelte Angst und eine verzerrte Wahrnehmung von Reichtum zurückzuführen sind. Es scheint, als ob die wahre Kunst der Geldanlage darin besteht, nicht nur Vermögen aufzubauen, sondern auch einen Weg zu finden, es ohne ständige Sorge zu leben und zu nutzen.

