Asiatische Aktienmärkte spiegelten die Aufwärtsbewegung der Wall Street wider und erreichten ein Allzeithoch, angetrieben von neu entfachter Anlegerbegeisterung für künstliche Intelligenz (KI) verwandte Aktien. Der MSCI Asia Pacific Index stieg um 0,3 % auf ein neues Rekordniveau, wobei die Märkte in Japan und Australien die Gewinne anführten, während Südkorea wegen eines Feiertags geschlossen blieb. Dieser Anstieg markiert den neunten Zuwachs in den letzten zehn Handelstagen für den asiatischen Leitindex.
KI-Enthusiasmus treibt globale Aktien an
Der Anstieg der asiatischen Märkte folgt einem ähnlichen Muster wie an den US-Börsen, wo der S&P 500 Index mit einem Rekordhoch schloss und seine längste Gewinnserie seit Mai fortsetzte. Ein wesentlicher Treiber dieser Rallye war ein Anstieg der Chipwerte um fast 6 %, was den dominierenden Einfluss des KI-Handels auf die globale Marktstimmung unterstreicht.
Investoren haben Bedenken hinsichtlich überhöhter Bewertungen weitgehend beiseitegeschoben und stattdessen auf robuste Gewinnsteigerungen und eine potenzielle Deeskalation geopolitischer Spannungen gesetzt, um die Aufwärtsdynamik bei risikoreichen Anlagen aufrechtzuerhalten. Der erfahrene Stratege Louis Navellier kommentierte: ‘Technologie dominiert weiterhin den Markt. Der Trend bleibt positiv, und ein Katalysator für weitere signifikante Gewinne könnte eine Lösung mit dem Iran sein.’
Yen unter Druck inmitten von Interventionsrisiken
An den Devisenmärkten blieb der japanische Yen ein Brennpunkt und handelte nahe der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen pro Dollar. Händler beobachten genau die bevorstehende Rede des Gouverneurs der Bank von Japan, Kazuo Ueda, auf Hinweise zur zukünftigen Zinspolitik. Der Yen sieht sich in den kommenden zwei Wochen einem erhöhten Risiko offizieller Interventionen gegenüber, da historische Bemühungen zur Stützung der Währung bisher nicht ausreichten.
Geopolitische Spannungen und Ölpreise
Eine vorsichtige Note kam in die Märkte, als die Brent-Rohölpreise um fast 1 % auf 97 US-Dollar pro Barrel stiegen. Dieser Anstieg wurde auf Berichte über Raketenangriffe im Nahen Osten zurückgeführt, die eine gewisse geopolitische Unsicherheit mit sich brachten. Trotz anfänglicher Bedenken, die die Risikobereitschaft dämpften und WTI-Rohöl im frühen asiatischen Handel in Richtung 96 US-Dollar pro Barrel trieben, haben sich die Rohölpreise seitdem teilweise erholt und boten laut Makrostratege David Savage zur Eröffnungsglocke eine zeitnahe Stärkung der Marktstimmung.
Der Dollar zeigte gegenüber den meisten seiner G10-Peers eine leichte Stärkung. Im Kryptowährungsbereich verzeichnete Bitcoin einen Rückgang und wurde um die 66.900 US-Dollar gehandelt.
Staatsanleihen fallen, Wetten auf Zinserhöhungen der Fed nehmen zu
Die US-Staatsanleihenmärkte verzeichneten leichte Rückgänge, wobei die Rendite der 10-jährigen Anleihe um zwei Basispunkte auf 4,46 % stieg. Diese Bewegung wurde durch frühe Arbeitsmarktdaten beeinflusst, dem ersten von drei Berichten, die diese Woche veröffentlicht werden sollen. Diese Daten stärkten die Erwartungen, dass der nächste geldpolitische Schritt der Federal Reserve eine Zinserhöhung und keine Zinssenkung sein könnte.
Druck auf den Private-Credit-Markt
An anderer Stelle zeigte der Private-Credit-Markt Anzeichen anhaltenden Drucks. Der Flaggschiff-Fonds für private Kredite von Cliffwater LLC begrenzte im zweiten Quartal die Rücknahmen auf 5 %, nachdem Anleger versucht hatten, rund 17 % der Anteile abzuziehen. Dies deutet auf eine anhaltende Nachfrage nach Liquidität in diesem 1,8 Billionen US-Dollar schweren Markt hin.
Spannungen im Nahen Osten dauern an
Die Spannungen im Nahen Osten blieben hoch. US-Streitkräfte berichteten, mehrere iranische ballistische Raketen und Drohnen abgewehrt zu haben und führten als Reaktion auf versuchte Angriffe des Iran Selbstverteidigungsangriffe auf die Insel Qeschm durch. Unterdessen äußerte Präsident Donald Trump Optimismus hinsichtlich der Möglichkeit eines vorläufigen Friedensabkommens und wies Berichte über ausgesetzte Gespräche mit Washington zurück, indem er erklärte, dass die beiden Seiten ‘kontinuierlich’ Gespräche geführt hätten, einschließlich ‘heute’.
Das Zusammenspiel starker Unternehmensgewinne, insbesondere im Technologiesektor, angetrieben durch KI, zusammen mit anhaltenden geopolitischen Risiken und sich ändernden Erwartungen zur Geldpolitik, prägt weiterhin die globale Finanzlandschaft. Investoren werden die weitere Entwicklung im Nahen Osten und zusätzliche Wirtschaftsdaten genau beobachten, um die Nachhaltigkeit der aktuellen Markttrends zu beurteilen.


