Adobe wird seine Preisstrategie für seine neueste Suite von künstlichen Intelligenz (KI)-Produkten, Adobe CX Enterprise, grundlegend überarbeiten und auf ein ergebnisbasiertes Modell umstellen. Dieser bedeutende Schritt, der von Adobe President Anil Chakravarthy in einem Interview mit The Information enthüllt wurde, zielt darauf ab, die Kosten für die KI-Tools direkt an den greifbaren Geschäftswert zu koppeln, den sie für die Kunden liefern.
Ergebnisbasierte Preisgestaltung im Fokus
Im Gegensatz zu früheren abonnement- oder verbrauchsabhängigen KI-Preismodellen wird der neue Ansatz für Adobe CX Enterprise teilweise von den durch die KI erzielten Ergebnissen bestimmt. Beispielsweise könnten Preisgestaltungskennzahlen wie die Anzahl der von den KI-Agenten innerhalb der Suite erfolgreich abgeschlossenen Werbekampagnen beeinflussen. Chakravarthy formulierte diese Änderung mit den Worten: „Tokens entsprechen keinem Wert“, was auf eine Verlagerung hin zu einem leistungsorientierteren Abrechnungssystem hindeutet.
Während Adobe weiterhin Nutzungs- und Abonnementpreise für einige seiner anderen Produkte, einschließlich ausgewählter KI-Angebote, anwenden wird, liegt der Fokus für Adobe CX Enterprise auf nachweisbaren Auswirkungen. Diese ergebnisbasierte Preisstrategie hat Präzedenzfälle im KI-Sektor, insbesondere bei Unternehmen, die sich auf KI für Kundenservice-Interaktionen spezialisiert haben. Diese Unternehmen berechnen in der Regel basierend auf dem Volumen der Interaktionen, die ihre KI-Agenten bearbeiten, und nicht auf den zugrunde liegenden Rechenressourcen oder verarbeiteten „Tokens“.
Messbare Geschäftsergebnisse fördern
Die Verlagerung hin zu einer ergebnisbasierten Preisgestaltung spiegelt einen breiteren Markttrend wider, bei dem Anbieter zunehmend Verträge an spezifische Leistungskennzahlen koppeln. Dies kann Verbesserungen wie beschleunigte Kreditgenehmigungen, höhere E-Commerce-Konversionsraten oder eine Reduzierung von Betrugsverlusten umfassen. Durch die Verknüpfung von Gebühren mit diesen messbaren Geschäftsergebnissen sind Anbieter gezwungen, die quantifizierbaren Vorteile ihrer KI-Lösungen nachzuweisen, wodurch das Risiko vom Käufer auf den Verkäufer verlagert wird.
Diese Preisentwicklung ist im aktuellen wirtschaftlichen Klima besonders relevant, in dem Führungskräfte klare Einblicke in die Rentabilität von Technologieinvestitionen (ROI) fordern. Jüngste Beobachtungen deuten darauf hin, dass Unternehmen anspruchsvoller werden und Bereitstellungen bevorzugen, die ihre Ausgaben rigoros rechtfertigen können. Dies hat zu einer Weiterentwicklung der Preismodelle geführt, die von aktivitätsbasierten Gebühren zu Strukturen übergehen, die KI-Umsätze direkt mit messbaren Ergebnissen verknüpfen.
Adobe CX Enterprise: Ein neues agentisches KI-System
Adobe stellte am Montag, dem 20. April, Adobe CX Enterprise vor. Dieses neue agentische KI-System wurde entwickelt, um Unternehmen während des gesamten Kundenlebenszyklus zu unterstützen, von der Akquisition und dem Engagement bis hin zur Konversion und Loyalität. Dies wird durch die Integration von KI-Agenten, spezialisierten Agentenfähigkeiten und Model Context Protocol (MCP)-Endpunkten erreicht.
Chakravarthy betonte die Anpassungsfähigkeit des Systems und erklärte in einer Pressemitteilung, dass es „Unternehmen ermöglicht, agentische KI mit einer vollständig anpassbaren Lösung zu skalieren, die auf die Bedürfnisse ihrer Organisation zugeschnitten ist.“ Die Einführung einer ergebnisbasierten Preisgestaltung für diese fortschrittliche Suite deutet auf das Vertrauen von Adobe hin, seinen Unternehmenskunden signifikante und messbare Werte liefern zu können.


