Die jüngsten Inflationszahlen, die auf 3,3% gestiegen sind, machen die Auswirkungen globaler Ereignisse auf britische Haushalte zunehmend spürbar. Angetrieben hauptsächlich durch höhere Kraftstoffpreise und mit Warnungen vor steigenden Lebensmittel- und Reisekosten, ist das Verständnis dieser Zahlen entscheidend für die Verwaltung der persönlichen Finanzen. Deputy Economics Editor Dharshini David erläutert drei wichtige Auswirkungen dieser Zahlen auf Einzelpersonen im ganzen Land.
Kurzfristige Schwankungen und zukünftige Spitzen
Obwohl der aktuelle Aufwärtstrend bei den Preisen oder der Inflation auf einen kontinuierlichen Anstieg hindeuten mag, ist der kurzfristige Ausblick nuancierter. Die staatliche Energiepreisobergrenze, die in diesem Monat gesunken ist, spiegelt die Bewegungen der globalen Energiemärkte von mehreren Monaten zuvor wider. Dies hat zu einer monatlichen Reduzierung der durchschnittlichen Haushaltsenergierechnungen um etwa 10 Pfund geführt, was einen gewissen Abwärtsdruck auf die Inflation ausübt. Diese Erleichterung wird jedoch voraussichtlich vorübergehend sein, da die Energierechnungen aufgrund des anhaltenden Konflikts ab Juli voraussichtlich wieder steigen werden.
Die Kraftstoffpreise, obwohl sie in letzter Zeit Anzeichen einer Entspannung zeigen, da sich die Großhandelspreise für Öl stabilisieren, bleiben erheblich erhöht. Benzin ist etwa 25 Pence pro Liter teurer als vor dem Krieg, und Dieselkosten sind über 40 Pence höher. Die Inflationszahlen für März zeigten auch einen bemerkenswerten Anstieg der Flugpreise, der auf den frühen Zeitpunkt von Ostern in diesem Jahr zurückzuführen ist. Das Office for National Statistics (ONS) sammelte im Februar Daten zu den Tarifen und erfasste die Preise der Hauptsaison für Langstreckenrückflüge, die für den Dienstag nach Ostersonntag geplant waren. Typischerweise neigen solche saisonalen Preiserhöhungen dazu, in den Inflationsberichten der folgenden Monate nachzulassen.
Diese kombinierten Faktoren führen Analysten zu der Vorhersage, dass die Inflation im April potenziell unter 3% fallen könnte. Weiter in die Zukunft blickend, ist der Konsens unter Analysten jedoch, dass die Inflation später in diesem Jahr einen Höchststand von fast 4% erreichen wird. Dies ist eine beträchtliche Verringerung gegenüber dem Höchststand von 11%, der 2022 zu Beginn des Krieges in der Ukraine verzeichnet wurde.
Der anhaltende Druck der Lebensmittelpreise
Der jüngste Anstieg der Lebensmittelinflation scheint eine saisonale Komponente zu haben, die insbesondere Osterartikel wie Süßwaren und Fleisch betrifft. Trotzdem könnte ein entspannterer Ausblick auf die Lebensmittelpreise verfrüht sein. Produzenten sichern sich wesentliche Rohstoffe wie Energie und Düngemittel oft Monate im Voraus. Folglich können Veränderungen bei den Preisen dieser kriegsbedingten Inputs ein Jahr oder länger dauern, bis sie sich vollständig in den Supermarktpreisen niederschlagen.
Die Lebensmittelindustrie und die Supermärkte sind von Natur aus energieintensiv. Dies macht sie anfällig für höhere Energiekosten. Obwohl der Food and Drink Federation vor möglichen Preissteigerungen von 9-10% bis Ende des Jahres gewarnt hat, ist dieses Szenario nicht garantiert. Die Verbraucher sind derzeit finanziell stärker eingeschränkt als im Jahr 2022 und zeigen aufgrund jahrelang steigender Preise und eines herausfordernden Arbeitsmarktes eine größere Vorsicht bei ihren Ausgabegewohnheiten. Viele sind bereits auf erschwinglichere Alternativen umgestiegen, was es für Einzelhändler schwierig macht, gestiegene Kosten ohne Beeinträchtigung des Umsatzes weiterzugeben.
Darüber hinaus haben die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen nicht die dramatischen Anstiege erlebt, die 2022 zu verzeichnen waren, da die Versorgungsrisiken abgenommen haben. Die Ukraine, eine wichtige Quelle für Weizen und Sonnenblumenkerne, ist nicht mehr dem gleichen Ausmaß an Exportstörungen ausgesetzt.
Zinssätze und das Dilemma der Bank of England
Das Mandat der Bank of England ist es, die Inflation auf ihr Ziel von 2% zu senken. Vor dem Krieg, als die Inflation zurückgehen sollte, wurden Zinssenkungen erwartet. Die nachfolgenden geopolitischen Ereignisse veränderten jedoch diesen Ausblick, und einige prognostizierten mehrfache Zinserhöhungen.
Die Bank hat einen vorsichtigen und pragmatischen Ansatz gewählt und erkennt an, dass höhere Zinssätze die globalen Energiepreise nicht beeinflussen können. Darüber hinaus kann ein Energieschock die Konsumausgaben und das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, eine Situation, die Zinserhöhungen verschärfen könnten. Da die Öl- und Gaspreise kürzlich stabilisiert wurden, sind Ökonomen zunehmend der Ansicht, dass die Bank die vorübergehende Natur der Inflation genau beobachten wird, bevor sie Zinserhöhungen in Erwägung zieht. Folglich scheint eine Änderung der Zinssätze bei der bevorstehenden Sitzung unwahrscheinlich.
Da die Erwartungen an Zinserhöhungen nachgelassen haben, sind auch die Zinssätze für Festzinsdarlehen gesunken, die im letzten Monat oder so rapide gestiegen waren. Diese Lockerung der Kreditkosten bietet eine gewisse Erleichterung für Hausbesitzer, Vermieter und ihre Mieter. Umgekehrt werden Sparer, wenn die Zinssätze das ganze Jahr über unverändert bleiben, keine Änderung ihrer aktuellen Renditen sehen.
Während die anhaltende globale Unsicherheit fortbesteht, ist ein bemerkenswerter positiver Punkt für die meisten Haushalte, dass die Einkommen in letzter Zeit schneller gestiegen sind als die Preise. Dies deutet darauf hin, dass für viele der finanzielle Druck nachgelassen hat, obwohl der langfristige Ausblick für die Einkommen weiterhin Änderungen unterliegt.


