Eine aktuelle Umfrage unter Marktteilnehmern zeigt, dass Technologieaktien in dieser Berichtssaison zwar einen breiten Aufschwung erleben könnten, sich aber eine wachsende Divergenz zwischen Software- und Hardwareunternehmen abzeichnet, die weitgehend durch die sich entwickelnde Landschaft der künstlichen Intelligenz angetrieben wird. Die jüngste Markets Pulse-Umfrage, die vom 24. bis 28. April unter 122 Befragten durchgeführt wurde, ergab, dass 65 % der Meinung sind, der Bloomberg Magnificent Seven Index habe nach Abschluss der Berichtsperiode noch Spielraum nach oben. Die Meinungen über das Ausmaß dieser Gewinne waren jedoch geteilt, da die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz eine klare Spaltung zwischen Softwareanbietern und Herstellern greifbarer Technologiewerte schufen.
Chiphersteller übertreffen Software inmitten des KI-Booms
Die Leistungsmetriken unterstreichen diese wachsende Diskrepanz. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) mit einem Volumen von 58 Milliarden US-Dollar hat seit Anfang 2023 eine deutliche Rallye erlebt, einschließlich eines bemerkenswerten Sprungs von 28 % im Monat vor der Umfrage. Im Gegensatz dazu verzeichnet der iShares Expanded Tech Software ETF (IGV) mit 11,5 Milliarden US-Dollar Vermögenswerten sein schwächstes Quartal seit der Finanzkrise von 2008. Daten deuten darauf hin, dass Chiphersteller in diesem Jahr Softwareunternehmen mit der größten Spanne aller Zeiten übertreffen, gemessen am Verhältnis zwischen diesen beiden börsengehandelten Fonds.
KI als zweischneidiges Schwert für Software
Ted Koenig, Chairman & CEO von Monroe Capital, formulierte diese Sorge in einem kürzlichen Interview mit Bloomberg Television: „KI-Risiko ist ein echtes Risiko. Software, die stärker standardisiert ist, leicht entwickelt werden kann und geringe Wechselkosten aufweist, ist allesamt gefährdet. Sie werden sehen, dass diese Unternehmen Schaden nehmen werden.“ Dies deutet darauf hin, dass Softwareunternehmen mit weniger differenzierten Angeboten oder geringeren Eintrittsbarrieren für Wettbewerber besonders anfällig für Störungen und potenzielle Rückgänge sind, da die KI-Fähigkeiten reifen und zugänglicher werden.
Investorenfokus auf KI-Investitionsausgaben
Während große Technologieunternehmen ihre Ergebnisse melden, konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf ihre Ausgabenpläne für künstliche Intelligenz. Ein prognostizierter Investitionsboom von 1 Billion US-Dollar in den nächsten 12 Monaten wird voraussichtlich über den Technologiesektor hinaus in die Energieinfrastruktur ausstrahlen, so Daten von Bloomberg Intelligence. Trotz der erheblichen Investitionen äußerten mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer ihre Ablehnung oder starke Ablehnung, dass die KI-Ausgaben der Unternehmen durch die erwarteten Renditen gerechtfertigt seien. Dennoch stieg der Anteil derer, die der Rechtfertigung von KI-Ausgaben zustimmten, in der neuesten Umfrage auf 41 % von 38 % in einer Umfrage im Oktober, was auf eine leichte, aber erkennbare Verschiebung der Stimmung hindeutet.
JoAnne Feeney, Portfoliomanagerin und Partnerin bei Advisors Capital Management, bleibt optimistisch hinsichtlich der langfristigen Aussichten und bemerkt: „Wir glauben, dass dieser KI-Aufbau allein aufgrund des Umsatz- und Gewinnwachstums noch Jahre andauern wird. Diese Aktien sollten weiter steigen.“ Diese Perspektive legt nahe, dass der aktuelle KI-Investitionszyklus noch in den Anfängen steckt und voraussichtlich ein anhaltendes Wachstum für die beteiligten Unternehmen befeuern wird.
Steigende Kosten und Marktstabilität
Hohe Inputkosten, sowohl für physische Komponenten als auch für Energie, wurden von den Umfrageteilnehmern als wichtigster Risikofaktor für Technologieunternehmen im aktuellen Berichtszeitraum identifiziert. Die energieintensive Natur der Chipherstellung hat insbesondere Bedenken hinsichtlich möglicher Produktionsdrosselungen bei steigenden Kosten geweckt. Trotz eines Anstiegs der WTI-Rohölpreise um etwa 48 % seit Beginn des Krieges im Iran haben die Gewinne von Technologieaktien den breiteren US-Aktienmarkt abgefedert. Bloomberg-Strategen stellen fest, dass, obwohl historisch hohe Ölpreise eine Herausforderung für risikobehaftete Vermögenswerte darstellten, der aktuelle KI-Zyklus den Aktien eine ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit verleiht.
Die Divergenz zwischen Chipherstellern und Softwareanbietern, angetrieben durch das komplexe Zusammenspiel von KI-Entwicklung, Investitionsausgaben und steigenden Kosten, wird zu einem Schlüsselthema für Anleger, die den Technologiesektor navigieren. Während die Nachfrage nach KI-gestützter Hardware weiter steigt, erscheint die Zukunft für bestimmte Softwaresegmente unsicherer, was zu einer gespaltenen Marktperspektive führt.


