CHICAGO — Die durchschnittliche Verzinsung für langfristige US-Hypotheken ist diese Woche leicht gesunken, was die erste Abnahme seit sechs Wochen darstellt. Diese leichte Entspannung bietet angehenden Hauskäufern einen Hoffnungsschimmer, obwohl die Kreditkosten weiterhin höher sind als im Vorjahr.
Laut Daten des Hypothekenkäufers Freddie Mac vom Donnerstag ist der Referenzzinssatz für 30-jährige Festzinsdarlehen auf 6,67 % gefallen. Das ist ein Rückgang gegenüber den 6,69 %, die in der Vorwoche gemeldet wurden. Zum Vergleich: Zu dieser Zeit im Vorjahr lag der Durchschnittszinssatz bei 6,58 %.
Die Auswirkungen höherer Hypothekenzinsen können für Kreditnehmer erheblich sein und potenziell Hunderte von Dollar zu den monatlichen Zahlungen hinzufügen, wodurch die Kaufkraft begrenzt wird. Dies hat dazu geführt, dass einige angehende Hausbesitzer ihre Kaufentscheidungen aufschieben, ein Trend, der mit steigenden Zinssätzen in den vorangegangenen Wochen beobachtet wurde. Der Verkauf von gebrauchten Häusern in den USA verlangsamte sich beispielsweise im Juli.
Auch 15-jährige Hypotheken verzeichnen leichte Reduzierung
Die Kreditkosten für 15-jährige Festzinsdarlehen, eine beliebte Wahl für Hausbesitzer, die eine Refinanzierung anstreben, verzeichneten diese Woche ebenfalls eine leichte Reduzierung. Der Durchschnittszinssatz für diese Darlehen liegt nun bei 5,96 %, gegenüber 6,01 % in der Vorwoche. Dieser Wert bleibt jedoch höher als der von Freddie Mac für 15-jährige Festzinsdarlehen im Vorjahr verzeichnete Durchschnitt von 5,71 %.
Faktoren, die die Entwicklung der Hypothekenzinsen beeinflussen
Mehrere Schlüsselfaktoren beeinflussen die Hypothekenzinsen, darunter Inflationstrends, Entscheidungen der Federal Reserve bezüglich ihrer Leitzinsen und die Erwartungen von Anleihenmarktinvestoren hinsichtlich der Gesamtwirtschaft. Im Allgemeinen tendieren Hypothekenzinsen dazu, der Entwicklung der Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen zu folgen, die als Benchmark für Kreditgeber bei der Preisgestaltung von Hauskrediten dient.
Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen hat kürzlich eine leichte Entspannung erfahren, was die Bewegung der Hypothekenzinsen widerspiegelt. Im Donnerstagshandel lag die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen bei 4,61 %, ein Rückgang gegenüber 4,72 % zu Beginn der Woche.
Auch die Verbraucher- und Großhandelsinflation in den USA zeigte im letzten Monat Anzeichen einer Abkühlung, wobei die Preise weiterhin stiegen, wenn auch in einem langsameren Tempo. Sollte sich dieser desinflationäre Trend fortsetzen, könnte die Federal Reserve von weiteren Zinserhöhungen absehen. Sowohl die Hypothekenzinsen als auch der Anleihenmarkt haben sich in diesem Jahr überwiegend nach oben entwickelt, teilweise beeinflusst durch den Konflikt der USA mit dem Iran, der aufgrund stark gestiegener Rohölpreise die Erwartungen an eine höhere Inflation schürte.
Trotz der jüngsten Entspannung der Ölpreise haben sich die langfristigen Anleiherenditen noch nicht vollständig auf ihr Niveau vor dem Konflikt erholt. Vor Beginn des Konflikts Ende Februar lag die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen bei 3,97 %. Damals lagen die Zinssätze für 30-jährige und 15-jährige Hypotheken laut Freddie Mac bei etwa 5,98 % bzw. 5,44 %, was die derzeitigen erhöhten Kreditkosten für Hauskäufer unterstreicht.


