Frankfurt. Anleger, die ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aus ihrem Kapital erzielen möchten, finden in Anleihen eine zunehmend attraktive Option. Insbesondere festverzinsliche Wertpapiere bieten die Möglichkeit, zwischenzeitliche Kursschwankungen zu ignorieren, da sie eine feste Laufzeit besitzen und am Ende der Frist zurückgezahlt werden, sofern der Schuldner solvent bleibt.
Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten, geprägt von Inflation, Zinserhöhungen der Notenbanken und steigender Staatsverschuldung, haben die Kurse von Anleihen zwar fallen lassen. Gleichzeitig sind jedoch die Renditen deutlich gestiegen, was sie für Investoren wieder interessant macht. Dies gilt nicht nur für Staatsanleihen, sondern verstärkt auch für Unternehmensanleihen. Viele Strategen sehen hierin eine besondere Chance, da zahlreiche Unternehmen im Gegensatz zu Staaten aktiv ihre Schulden abbauen und somit als solide Schuldner gelten können.
Laufzeit-ETFs als kalkulierbare Einkommensquelle
Um die Risiken einer Direktanlage in einzelne Anleihen zu minimieren, empfiehlt sich die Streuung über breit aufgestellte Fonds. Herkömmliche Anleihefonds ohne festes Fälligkeitsdatum sind nach Einschätzung von Experten wie Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Privatuniversität Frankfurt School, weniger geeignet für den Aufbau eines passiven Einkommens. Der Grund liegt in der inhärenten Volatilität ihrer Kurse, die eine verlässliche Kalkulation der Erträge erheblich erschwert.
Eine deutlich bessere Lösung bieten Anleihefonds mit fester Laufzeit, sogenannte Laufzeitfonds. Diese sind seit knapp drei Jahren auch in Form kostengünstiger, börsengehandelter Fonds (ETFs) verfügbar. Sie ermöglichen es Anlegern, ein Anleihe-Portfolio mit planbaren Einnahmen zusammenzustellen, da die zugrunde liegenden Anleihen bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden und somit die Rückzahlung zum Nennwert im Vordergrund steht.
Regelmäßige Ausschüttungen: Potenzial für bis zu achtmal jährlich
Das Handelsblatt beleuchtet, wie Anleger mit Laufzeit-ETFs auf Unternehmensanleihen regelmäßige Erträge erzielen können, die potenziell bis zu achtmal im Jahr auf dem Konto landen. Der Schlüssel zu einem stetigen Einkommensstrom liegt in der geschickten Kombination verschiedener Laufzeit-ETFs mit unterschiedlichen Fälligkeitsdaten und Ausschüttungszeitpunkten. Während die Analyse des Handelsblatts konkrete Fonds-Kombinationen von zwei Anbietern aufzeigt, die vierteljährliche Zinszahlungen ermöglichen, lässt sich durch eine breitere Streuung und gezielte Auswahl ein noch häufigerer Ausschüttungsrhythmus realisieren.
Anleger sollten bei der Auswahl dieser Fonds besonders auf die Bonität der zugrunde liegenden Unternehmensanleihen sowie die Restlaufzeit der ETFs achten. Die Möglichkeit, ein Anleihe-Portfolio mit festen Einnahmen aufzubauen, ohne sich um kurzfristige Kursschwankungen sorgen zu müssen, macht Laufzeit-ETFs zu einem attraktiven Instrument für den Vermögensaufbau und die Einkommensgenerierung. Sie bieten eine kalkulierbare Ergänzung zu volatileren Anlageklassen und können eine solide Basis für ein passives Einkommen bilden.


