Finanzen

Pizzakonsum sinkt, Branche sucht Wende unter Kostendruck

Pizzakonsum sinkt, Branche sucht Wende unter Kostendruck

Die amerikanische Pizza-Industrie befindet sich in einem unerwarteten Abschwung: Die Umsätze im Quick-Service-Pizzasegment sanken 2025 im Jahresvergleich um 0,3 %, nachdem sie 2024 nur um 0,6 % und 2023 um 2,8 % gestiegen waren. Dieser Rückgang, der am 13. Mai von Restaurant Business unter Berufung auf den Technomic Top 500 Chain Restaurant Report gemeldet wurde, markiert eine bedeutende Verschiebung für eine Kategorie, die in den 1990er Jahren noch den zweiten Platz unter den US-Restaurantketten belegte und nun auf den sechsten Platz zurückgefallen ist.

Wirtschaftlicher Gegenwind fordert die Branche heraus

Die aktuelle Entwicklung für Pizza steht in starkem Kontrast zum breiteren Restaurantsektor, der laut einer Pressemitteilung von MYTSV.COM vom März voraussichtlich auf 1,55 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 wachsen wird, wenn auch mit nur 1,3 % realen Zuwächsen nach Inflation. Die Gewinne der Pizza-Industrie sind auf 4,1 % gesunken und liegen damit unter dem Durchschnitt des Restaurantsektors von 4,7 %. Dieser Rückgang wird auf eine Reihe von Faktoren zurückgeführt, darunter gestiegene Arbeitskosten, die kürzlich um 20 % zugenommen haben, steigende Mieten in Städten und Lieferkettenstörungen, die die Preise für Zutaten wie Käse und Mehl in die Höhe getrieben haben, wie in der MYTSV.COM-Mitteilung detailliert beschrieben.

Die Verbraucher spüren die Auswirkungen: Der Durchschnittspreis für eine große Käsepizza nähert sich 17 US-Dollar, ein Anstieg von 22 % in den letzten fünf Jahren, wie Today berichtete. Diese Preiserhöhung, gepaart mit einem verschärften Wettbewerb, hat dazu geführt, dass die Umsätze der US-Pizzarestaurants zurückgehen, während Hähnchenketten Berichten zufolge einen größeren „Share-of-Stomach“ erobern, so ein Bericht der Machbarkeitsstudienberatung MMCG Invest vom Januar.

Regionale Widerstandsfähigkeit und kulinarische Vielfalt

Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Anziehungskraft und die regionale Vielfalt der Pizza stark. Clever Real Estate kürte Rochester, New York, zur Top-Pizzastadt Amerikas für 2025, vor Philadelphia und Boston, und führte als Gründe „Leidenschaft, Dichte und Qualität“ an. Weitere bemerkenswerte Zentren sind Detroit und Buffalo, die den vierten Platz teilten, sowie Dauerbrenner wie New Haven, New York und Chicago. Buffalo erreichte einen perfekten „Pizza Passion Score“, während New Haven die meisten Pizzarestaurants pro Kopf unter den untersuchten Städten aufwies.

Die Stärke der Branche zeigt sich auch in ihren renommierten Betrieben. 50 Top Pizza kürte Una Pizza Napoletana in New York zur besten Pizzeria der USA für 2026. Pizzeria Sei in Los Angeles und Tony’s Pizza Napoletana in San Francisco teilten sich den zweiten Platz, während Razza in Jersey City den dritten Platz belegte. L’industrie in New York wurde als bester Slice-Shop des Landes ausgezeichnet, was die anhaltende Nachfrage nach Qualität und Handwerk in verschiedenen Formaten unterstreicht.

Marktsegmentierung: Luxus bis Wert

Für eine umfassende Trendwende muss der Pizzamarkt sowohl das High-End- als auch das preisbewusste Segment bedienen. Auf der Premiumseite führte Marina’s Pizza in Philadelphia eine 55-Dollar-Kaviar-Pizza ein, die goldenen Osietra-Kaviar und einen Perlmuttlöffel enthielt, wie der Inquirer am 20. Mai berichtete. Dies zeigt das Potenzial für Luxusangebote, einen Nischenmarkt zu erschließen.

Umgekehrt bleibt das Wertsegment entscheidend. Pizza Hut bietet seine 16-Zoll-„Big New Yorker“ für 10 US-Dollar in teilnehmenden Restaurants an, ein strategischer Schritt, um preisbewusste Verbraucher anzuziehen. Der Tiefkühlpizza-Gang, dominiert von Einzelhändlern wie Walmart mit Marken wie Totino’s, Red Baron, DiGiorno, Freschetta und Bagel Bites, stellt einen weiteren wichtigen Kanal für zugängliche Pizzaoptionen dar, der die „Ich habe das Abendessen vergessen“-Demografie bedient.

Der digitale Teig: E-Commerce und Lieferentwicklung

Die digitale Transformation der Essenslieferung bietet eine entscheidende Chance für Pizza. Pizza war schon lange vor dem Aufkommen von Risikokapital-gestützten Plattformen „liefer-nativ“. Die Integration von Domino’s mit Uber Eats und Postmates im Jahr 2023 signalisierte die Erkenntnis, dass die Nahrungsmittelsuche der Verbraucher zunehmend in Apps beginnt. Daten von Pizza Today vom Dezember zeigten, dass 84 % der befragten Pizzeria-Betreiber Umsätze aus Online-Bestellungen generieren, was deren entscheidende Rolle unterstreicht.

Darüber hinaus entwickeln sich Tiefkühl- und Fertigpizzen zu einem wichtigen Umsatzstrom, der 2026 zu beobachten sein wird. Dienste wie Goldbelly versenden regionale Pizza-Ikonen landesweit und verwandeln Pizza in eine „versandfähige Erinnerung“. Giganten wie Amazon und Walmart nutzen ihre umfangreichen Logistiknetzwerke, um schnelle Lebensmittellieferungen und Abholungen anzubieten und kontrollieren den „Tiefkühlgang, den Einkaufswagen, die Logistikmuskeln“. Während diese Plattformen die Distribution kontrollieren, behält die lokale Pizzeria den einzigartigen Vorteil von „Hitze, Geruch, Ritual und dem heiligen Moment, wenn die Schachtel geöffnet wird“.

Letztendlich liegt die Rettung der Branche möglicherweise nicht in bloßen Rabattcodes, sondern in einer konzertierten „Kampagne für Anlässe“. Ziel ist es, den Status der Pizza als festliches oder tröstliches Gericht wiederzubeleben, sie „eigenwillig, lokal, sozial, heiß, regional, sammelwürdig“ und gelegentlich luxuriös zu gestalten. Die Kategorie muss andere nicht nachahmen; sie muss sich an ihr Wesen als „zirkulärer Optimismus, in Dreiecke geschnitten“ erinnern und ihren einzigartigen Platz in der amerikanischen Kultur und Küche festigen.

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Tags: E-Commerce Konsumausgaben pizza industry restaurant finance retail trends

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