Die geplante Rentenreform in Deutschland zielt darauf ab, das umlagefinanzierte System durch eine Kapitalrente zu ergänzen. Jährlich sollen rund 35 Milliarden Euro aus zusätzlichen Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zentral am Kapitalmarkt angelegt werden. Als Vehikel hierfür wird der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo) in Betracht gezogen, der bereits seit neun Jahren existiert und aktuell etwa 26,5 Milliarden Euro verwaltet.
Nordische Länder dienen international als Vorbilder, da sie ihre Alterssicherung seit Langem erfolgreich über Kapitalmarktanlagen finanzieren. Die genauen Ansätze und die Effektivität dieser Modelle unterscheiden sich jedoch. Der Kenfo, als erster deutscher Staatsfonds, steht nun vor der Herausforderung, diese neue Aufgabe im Rahmen der Rentenreform zu übernehmen.
Die Notwendigkeit einer solchen Reform ergibt sich aus dem Wunsch, eine höhere Rente für alle zu ermöglichen. Die Kapitalanlage soll hierfür eine tragende Säule darstellen. Die Performance und die strategische Ausrichtung des Kenfo im Vergleich zu etablierten Staatsfonds im Ausland werden in den kommenden Monaten und Jahren genau beobachtet werden müssen, um den Erfolg der neuen Strategie zu bewerten.


