Auch passives Investieren erfordert eine aktive Entscheidung, insbesondere wenn es um börsengehandelte Fonds (ETFs) geht. Anleger, die in den globalen Aktienmarkt investieren möchten, stehen vor einer Fülle von Produkten, die nicht immer denselben Börsenindex abbilden. Martin Müller betont, dass scheinbar identische ETFs aufgrund ihrer zugrunde liegenden Indexregeln sehr unterschiedlich abschneiden können.
Indexregeln als Differenzierungsmerkmal
Während bei Welt-ETFs die Wahl zwischen Indizes wie dem „All Country World“ von MSCI oder dem „All-World“ von FTSE Russell für die Rendite kaum ins Gewicht fällt, ist dies bei anderen ETF-Typen keineswegs immer der Fall. Die genauen Regeln, nach denen ein Index Unternehmen aufnimmt oder gewichtet, können erhebliche Auswirkungen auf die Wertentwicklung eines Fonds haben.
Relevanz durch neue Börsengänge
Diese Unterscheidung gewinnt durch aktuelle und bevorstehende Mega-Börsengänge an Bedeutung. Der kürzliche Erstnotiz des Raumfahrtunternehmens SpaceX sowie die erwarteten IPOs der KI-Firmen OpenAI und Anthropic verdeutlichen die Notwendigkeit für Anleger, genau hinzusehen. Die Art und Weise, wie diese neuen Schwergewichte in verschiedene Indizes aufgenommen werden – oder eben nicht – kann die Zusammensetzung und damit die Performance von ETFs maßgeblich beeinflussen.
Für Anleger bedeutet dies, dass eine tiefgehende Analyse der Indexregeln unerlässlich ist, um sicherzustellen, dass der gewählte ETF tatsächlich die gewünschte Marktsegmentierung und Performance-Erwartung erfüllt. Die aktive Auseinandersetzung mit diesen Details ist der Schlüssel zu einer fundierten passiven Anlagestrategie.


