Wirtschaft

Fiskalpolitik, nicht Fed-Wechsel, treibt Wirtschaftsregime-Verschiebung

Fiskalpolitik, nicht Fed-Wechsel, treibt Wirtschaftsregime-Verschiebung

Die Finanzwelt ist oft schnell dabei, personelle Veränderungen im Federal Open Market Committee (FOMC) als Vorboten signifikanter politischer Kurswechsel zu interpretieren. Jüngste Analysen legen jedoch nahe, dass ein Austausch von Persönlichkeiten wie Kevin Walsh gegen Jerome Powell kaum materielle Auswirkungen auf die Inflation oder die Wirtschaft im Allgemeinen haben wird. Der wahre „Regimewechsel“, der die Wirtschaftsdynamik neu geformt hat, liegt nicht in der Zusammensetzung des FOMC, sondern in der fundamentalen Verschiebung der dominierenden Regierungspolitik, die die Gesamtwirtschaft antreibt. Dieser tiefgreifende Übergang von einer Ära der geldpolitischen Vorherrschaft zu einer, die primär durch Fiskalpolitik gekennzeichnet ist, hat die Wirksamkeit und den Einfluss der FOMC-Maßnahmen grundlegend verändert.

Die Ära nach der Finanzkrise, die im Wesentlichen die 2010er Jahre umfasste, illustriert eindringlich die Schwerstarbeit der Geldpolitik. Nach dem kreditgetriebenen Kollaps der Finanzkrise bestand die primäre wirtschaftliche Bedrohung in der Deflation, einem starken Gravitationszug in Richtung null Inflation. Als Reaktion darauf leitete die Federal Reserve eine beispiellose Periode geldpolitischer Interventionen ein. Dazu gehörte die Einführung einer Nullzinspolitik (ZIRP) von 2008 bis 2015, zusammen mit einer massiven quantitativen Lockerung (QE) von 3,6 Billionen US-Dollar, ganz zu schweigen von der Operation Twist und dem strategischen Einsatz von Forward Guidance als politisches Instrument. In dieser Zeit war die Disinflation die vorherrschende Kraft, wobei der Personal Consumption Expenditures (PCE)-Index konstant unter 2 % blieb. Dieses Umfeld war geprägt von geringer Arbeitsplatzschaffung und moderaten Lohnzuwächsen, was wiederum die Konsumausgaben gedämpft und die Inflationserwartungen fest verankert hielt. Der Kongress wich von seinem üblichen Vorgehen ab und überließ die Wirtschaftsführung weitgehend dem FOMC, was zu einem bemerkenswerten Mangel an fiskalischen Anreizen führte. Diese „törichte fiskalische Austerität nach der GFC“, einschließlich Sequestrierung und Schuldenobergrenzenstreitigkeiten, behinderte unbeabsichtigt eine breitere wirtschaftliche Erholung, insbesondere für den Arbeitsmarkt. Während Kredite billig und Kapital praktisch kostenlos waren, was hauptsächlich Kapitalinhabern zugutekam – Aktien- und Anleiheinvestoren, Immobilienbesitzern und kreditwürdigen Unternehmen, die Schulden refinanzierten –, gelang es der Fed nicht, die Inflation auf ihr 2 %-Ziel zu heben.

Die Landschaft änderte sich dramatisch während und nach der Pandemie, von 2020 bis heute, als ein völlig entgegengesetztes Regime Einzug hielt. Die fiskalische Austerität der vorherigen Ära wurde durch die größte fiskalische Expansion in Friedenszeiten in der Geschichte der USA ersetzt. Diese aggressive fiskalische Intervention, kombiniert mit dem, was Jerome Powell selbst im vergangenen August in Jackson Hole als die „Idee eines beabsichtigten, moderaten Inflationsüberschießens“ bezeichnete, trug maßgeblich dazu bei, die Inflation auf 9 % zu treiben. Die Quelle merkt an, dass der Kongress, nachdem er nach der GFC nicht ausreichend fiskalisch gehandelt hatte, „diesen Fehler während der Pandemie wild überkompensierte“. Dies markierte einen klaren Übergang, in dem die Fiskalpolitik zum primären Treiber der Wirtschaftsbedingungen wurde und die Geldpolitik in eine weniger dominante Rolle versetzte. Folglich hatte die Fed in den 2020er Jahren erhebliche Schwierigkeiten, die Inflation wieder auf ihr 2 %-Ziel zu senken, was ihre Schwierigkeiten im vorhergehenden Jahrzehnt, die Inflation anzuheben, widerspiegelt.

Jenseits der unmittelbaren politischen Reaktionen haben auch zugrunde liegende strukturelle Verschiebungen zu den Inflationsdrücken des aktuellen Regimes beigetragen. Jim Reid von der Deutschen Bank hob mehrere kritische Faktoren hervor und bemerkte: „Während viele dachten, wir befänden uns in einer permanenten Phase niedriger Inflation, hat die Post-Pandemie-Ära viele dieser Annahmen zerschlagen.“ Er weist darauf hin, dass die Weltwirtschaft bereits Mitte bis Ende der 2010er Jahre den „Höhepunkt der Globalisierung und den Punkt der unterstützendsten Demografie“ überschritten hatte, was zukünftige Inflationsdrücke vorwegnahm. Der Rekord-Friedenszeit-Stimulus während der Covid-Periode, gepaart mit erheblichen Lieferkettenstörungen, beschleunigte diesen Trend dann. Eine „kriegsbedingte Energiespitze im Jahr 2022“ festigte die Inflation weiter, und mit Blick auf 2026 erwarten Analysten „einen weiteren Energieschock durch den Iran-Konflikt“. Diese breiteren makroökonomischen Kräfte unterstreichen die Komplexität des aktuellen Inflationsumfelds und deuten darauf hin, dass die Treiber weit über den direkten Zuständigkeitsbereich der Zentralbankpolitik hinausgehen.

Letztendlich ist die entscheidende Erkenntnis, dass der effektive „Regimewechsel“ in der Wirtschaftsführung nicht darin besteht, wer im FOMC sitzt, sondern in der tiefgreifenden Verschiebung von der Geld- zur Fiskalpolitik als primärem Motor der Wirtschaftsaktivität. Dieser Übergang hat die Herausforderungen der Federal Reserve neu definiert und ihre Maßnahmen im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt weniger wirksam bei der Steuerung der Gesamtwirtschaft gemacht. Da die Fiskalpolitik weiterhin eine übergeordnete Rolle spielt, steht die Fähigkeit des FOMC, Inflation und Wirtschaftswachstum unabhängig zu steuern, vor neuen Einschränkungen, was eine Neubewertung seines traditionellen Einflusses in dieser sich entwickelnden Wirtschaftslandschaft erfordert.

Dieser Artikel wurde mithilfe von KI auf Basis öffentlich zugänglicher Finanzdaten erstellt. Die Informationen können Ungenauigkeiten enthalten. Dies ist keine Finanzberatung. Konsultieren Sie vor Anlageentscheidungen stets einen qualifizierten Finanzberater.
Schlagworte: economic regimes fiscal policy fomc Geldpolitik Inflation

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