Präsident Donald Trump hat eine weitreichende politische Initiative angekündigt, indem er einen 100%igen Importzoll auf Generika ab August 2028 erklärt hat. Dieses Mandat gibt Generikaherstellern ein zweijähriges Zeitfenster, um ihre Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten zu verlagern, andernfalls droht ihnen der erhebliche Zoll. Die am Dienstag über einen Social-Media-Post kommunizierte Anweisung unterstreicht einen erneuten Vorstoß zur Stärkung der heimischen Pharmaproduktion.
Die vorgeschlagene Abgabe ist mit eskalierenden Strafen konzipiert, da der Importzoll ein Jahr später, im August 2029, für Unternehmen, die sich nicht daran gehalten haben, auf 200% verdoppelt werden soll. Trump erklärte ausdrücklich die Begründung für diese aggressive Maßnahme: „Dies geschieht, um die Produktion von Generika in Amerika wieder anzusiedeln, mit einer Strafe für jene Unternehmen, die sich entscheiden, innerhalb der ihnen gesetzten Frist keine Anlagen und Ausrüstungen zu bauen.“
Dieser politische Schritt steht im Einklang mit Trumps langjährigem Fokus auf die Arzneimittelpreise und Verbraucherkosten, ein zentrales Anliegen vor den Zwischenwahlen 2026. Er hat die Diskrepanz zwischen den Arzneimittelpreisen in den USA und auf ausländischen Märkten stets kritisiert und Maßnahmen zur Verringerung dieser Kluft befürwortet. Die Regierung hatte zuvor TrumpRX, eine Direktvertriebsplattform für vergünstigte Medikamente, als Teil ihrer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung der Arzneimittelkosten eingeführt.
Die Regierung hat in der Vergangenheit wiederholt verzögerte Zollimplementierungsdaten verwendet, oft mit drohenden Fristen und schwerwiegenden Konsequenzen. Diese Strategie wird typischerweise eingesetzt, um bei Verhandlungen mit Ländern und Unternehmen gleichermaßen Druck aufzubauen. Im April 2025 leitete Trumps Regierung eine Untersuchung der Pharmaindustrie aus Gründen der nationalen Sicherheit ein, unter Berufung auf Abschnitt 232 des Trade Expansion Act, was ihre Absicht, Produktionsstandorte zu beeinflussen, weiter signalisierte.
Während die Zollpläne der Regierung für patentierte Medikamente unverändert bleiben, mit früheren Vorschlägen für Zölle von bis zu 100% auf bestimmte importierte Medikamente, waren diese mit mehreren wichtigen Ausnahmen verbunden. Die meisten der weltweit größten Arzneimittelhersteller, darunter Merck & Co. und Eli Lilly & Co., konnten diese Strafmaßnahmen erfolgreich umgehen, indem sie Vereinbarungen mit der Regierung trafen und die volle Auswirkung weitgehend vermieden.
Generikahersteller stehen vor besonderen Herausforderungen
Im Gegensatz dazu befinden sich Generikahersteller in einer prekäreren Lage. Im Gegensatz zu ihren patentierten Pendants operieren Generikaproduzenten mit deutlich geringeren Gewinnmargen und sind stark auf komplexe globale Fertigungsnetzwerke angewiesen. Diese Betriebsstruktur macht es für sie erheblich schwieriger, erhebliche Zölle ohne Weitergabe der Kosten oder ohne schwere finanzielle Belastungen aufzufangen.
Die potenziellen Auswirkungen solcher Zölle haben bereits Warnungen von Branchenführern hervorgerufen. Richard Saynor, Chief Executive Officer der Sandoz Group AG, einem der weltweit größten Generikaproduzenten, warnte im vergangenen Jahr, dass Amerikas Hinwendung zu hohen Zöllen wahrscheinlich zu höheren Arzneimittelpreisen führen und den Patientenzugang zu lebenswichtigen Medikamenten einschränken würde. Sandoz ist zusammen mit Wettbewerbern wie Teva Pharmaceutical Industries Ltd. und Viatris Inc. auf die Herstellung von Kopien von Markenmedikamenten spezialisiert, sobald deren Patentschutz abläuft.
Viele dieser großen Generikaunternehmen unterhalten umfangreiche Produktionsstätten außerhalb der Vereinigten Staaten. Sandoz beispielsweise betreibt Werke in Ländern wie Kanada und Österreich, was die globale Natur der Generikaproduktion unterstreicht, die von der neuen Zollregelung direkt betroffen wäre.
Geopolitische und wirtschaftliche Auswirkungen für Handelspartner
Die vorgeschlagenen Zölle haben erhebliche geopolitische und wirtschaftliche Auswirkungen, insbesondere für wichtige US-Handelspartner. Indien sticht als größter Exporteur von Generika in die Vereinigten Staaten hervor und ist daher besonders anfällig für diese politische Verschiebung. Pharmazeutika gehören laut Daten des indischen Handelsministeriums zu den drei wichtigsten Exportkategorien Indiens nach Amerika, mit einem Handelsvolumen von 10,5 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2024-25.
Sollten diese Zölle auf Medikamente umgesetzt werden, wären über 40% der gesamten indischen Exporte in die USA nachteilig betroffen. Dies kommt zu bestehenden Abgaben auf andere indische Exporte, darunter Stahl, Aluminium und Automobile, hinzu, was die Handelsbeziehungen weiter verkompliziert und möglicherweise Vergeltungsmaßnahmen oder eine erhebliche Umstrukturierung der globalen pharmazeutischen Lieferketten nach sich zieht.
Die Einführung eines 100%igen Zolls auf Generika, verbunden mit einer knappen zweijährigen Frist für die Rückverlagerung der Produktion, stellt eine entscheidende und potenziell disruptive politische Verschiebung dar. Sie übt immensen Druck auf Generikahersteller aus, ihre globalen Betriebsmodelle grundlegend zu ändern, mit weitreichenden Folgen für Arzneimittelpreise, Patientenzugang und die Dynamik des internationalen Handels.


